Karl Blecha
Karl Blecha wurde 1933 in Wien geboren. Nach dem Studium der Psychologie, Soziologie und Ethnologie an der Universität Wien gründete er 1963 das Wiener Sozialforschungsinstitut (ab 1965 Institut für empirische Sozialforschung IFES), dessen Direktor er bis 1975 war.In dieser Zeit veröffentlichte er zahlreiche sozialwissenschaftliche Berichte, das am Institut erstellte Computermodell zur Interpretation von Wahlergebnissen gilt als Vorläufer von Wählerstromanalysen. Karl Blecha engagierte sich bereits als Schüler für die SPÖ, war von 1954 bis 1956 Obmann im VSStÖ sowie von 1971 bis 1974 Vorsitzender der Jungen Generation.
Er zog 1970 (bis 1983 und dann neuerlich 1989) als Abgeordneter in den Nationalrat ein und fungierte von 1975 bis 1981 als Zentralsekretär der SPÖ. 1981 wurde er zum stellvertretenden Parteivorsitzenden der SPÖ gewählt (bis 1990) und 1983 zum Innenminister bestellt.
1989 schied Karl Blecha aufgrund seiner Involvierung in den Noricum- und Lucona-Skandal aus allen politischen Ämtern aus. Infolge gründete er das Mitropa-Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung, das 2007 den Mehrheitsanteil am Meinungsforschungsinstitut IFES übernahm.
Nach dem Rückzug aus der operativen Geschäftsführung des Instituts war er von 1999 bis 2018 Präsident des SPÖ-nahen Pensionistenverbandes Österreichs. Karl Blecha stand mehreren Vereinen vor und war u.a. Präsident der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen (GÖAB).
Publikationen (Auswahl):
Karl Blecha / Rupert Gmoser / Heinz Kienzl (Hg.), Der durchleuchtete Wähler. Beiträge zur politischen Soziologie in Österreich, Wien 1964.
Karl Blecha, Frieden für den Nahen Osten (Zeitdokumente 44), Wien 1987.
Martin Forstner, Algerien: Demokratie ohne Demokraten? Mit einer Eröffnungs-Rede von Karl Blecha (Materialien der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen 8), Wien 1992.
Gerhard Walter, Charly. Stationen eines bewegten Lebens, 2003.
Karl Blecha im Gespräch mit Günther Schefbeck (Das österreichische Parlament in persönlichen Erinnerungen 9), Wien 2025
(online: https://www.parlament.gv.at/dokument/unterlagen/Interview_Karl-Blecha_BF.pdf).


