„Auch schon eine Vergangenheit“ zu haben, war für den 24-jährigen Bruno Kreisky das Resultat der Kriminalisierung der politischen Opposition durch den autoritären österreichischen Ständestaat. Die Inhaftierung Ende Jänner 1935 und die Anklage wegen des Verdachts des Hochverrats bedeuteten einen Bruch im politischen und privaten Leben, der dem Studenten und sozialistischen Jugendfunktionär unfreiwillig „eine Vergangenheit“ bescherte und zugleich dessen Zukunft gewaltsam beschnitt. Das Gefängnistagebuch sowie Bruno Kreiskys Kassiber und Briefe an Freunde und Eltern vermitteln ein authentisches Bild des bedrückenden Gefängnisalltags und geben einen unmittelbaren Einblick in die Gedankenwelt des politischen Häftlings Kreisky. Briefe aus dem Jahr 1931 an eine Berliner Sozialdemokratin ergänzen die bisher unveröffentlichten Quellen. Damit liegen neue Zeitdokumente zu einer von politischer Polarisierung und antidemokratischen, autoritären Haltungen bestimmten Periode der österreichischen Geschichte vor. Das Bildmaterial stammt aus Kreiskys persönlichem Nachlass, den die Stiftung Bruno Kreisky Archiv verwahrt, sowie aus anderen Archiven und bisher unveröffentlichten privaten Beständen. Das Gefängnistagebuch galt seit Jahren als verschollen und lag zunächst nur in Kopie vor, wurde dem Archiv aber erfreulicherweise zu Weihnachten 2008 im Original übermittelt und konnte bei der Herausgabe des Buches noch berücksichtigt werden.
This volume is organized around Swedish and Austrian models of social partnership, the welfare, economic policies and neutrality policy with special focus on developments since the end of the Cold War. There is a stronger trend towards changes in Sweden within the process of decorporization with a more intensive change into more pluralistic decision making models. In GDP per head Austrian economic performance has been more successful. On the other hand, Sweden succeeded better than Austria in reaching more equal income distribution. Both countries seem to continue the neutrality policy track.
Zur Zeit des autoritären Ständestaates waren in Österreich alle selbständigen gewerkschaftlichen Organisationen verboten. Dennoch arbeiteten sozialdemokratische, kommunistische und nationalsozialistische Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen im Untergrund weiter. Sie organisierten sich in Betrieben und versuchten, in Konkurrenz zueinander, die Arbeiter und Arbeiterinnen für sich zu gewinnen.
Mit Beiträgen von Adriana Baban, Virgínia Ferreira, Johanna Gehmacher, Linda Gordon, Teija Hautanen, Yelena Kulagina, Maria Mesner, Ritva Nätkin, Ann Shola Orloff, Livia Popescu, Sílvia Portugal, Michele Rivkin-Fish, Aurelia Weikert und Maria Andrea Wolf.
Zweifellos war die Entwicklung der letzten Jahre des 20. Jahrhunderts von der Globalisierung geprägt. Dieser Sammelband, der seinen Ausgangspunkt in einer internationalen Konferenzreihe nahm, widmet sich einem wichtig, aber meist wenig beachteten Aspekt von Globalisierung, dem des Aufbaus von globalen Managementstrukturen. Versuche der globalen Steuerung, die in den letzten Jahrzehnten unternommen wurden, sollten den Gefahren, die von Globalisierungstendenzen ausgingen und -gehen, entgegen treten. Der Band mit Beiträgen von Politikern, Gesellschaftswissenschafterinnen und -wissenschaftern aus so verschiedenen Ländern wie den USA, Kenia und Österreich ist in vier Abschnitte geteilt, die sich mit dem Ost-West-Konflikt, den politischen Lösungsversuchen des Nord-Süd-Problems, verschiedensten Strategien gegen wirtschaftliche und ökologische Gefahren sowie Versuchen, internationales Recht, vor allem im Bereich der Menschenrechte zu etablieren.
Im vorliegenden Band werden Länder auf drei Kontinenten – Finnland, Mosambik, Österreich, Portugal und die USA – einander gegenüber gestellt. Dabei fragen die Autorinnen anhand der Politikfelder politische Repräsentation, Reproduktion und Erwerbsarbeit danach, welche Bedeutung „Geschlecht“ – sowohl als soziale Zugehörigkeit als auch Diskriminierungskategorie – in den verschiedenen Gesellschaften hat. Zwar bestätigt sich, dass „Geschlecht“ in allen untersuchten Gesellschaften eine zentrale Funktion in der soziale Differenzierung und Hierarchisierung hat, aber Bedeutung und Wirkungen von Geschlecht in den verschiedenen Ländern, in den differenten gesellschaftlichen Gruppen und geografischen Regionen, die sie umfassen, erweisen sich durchaus als unterschiedlich. Während beispielsweise in Finnland die Unterscheidung zwischen Männern und Frauen der zentrale Platzanweiser in der Gesellschaft ist, hat in den USA das Gewicht der ethnischen und sozialen Zugehörigkeit besondere Bedeutung. In Portugal wiederum ist es die Teilhabe an bestimmten sozialen Milieus, die vielleicht wesentlicher ist für die Bestimmung der Handlungsspielräume eines Menschen als seine Geschlechtszugehörigkeit. Trotz aller Unterschiede wird aber eines deutlich: Die gesellschaftliche Definition des Verhältnisses von Erwerbs- und Betreuungsarbeit ist zentral für die Verfasstheit der Geschlechterverhältnisse.
Die vorliegende Studie versucht, unter besonderer Betonung der Rückstellung von zwischen 1938 - 1945 entzogenem Vermögen bzw. der Entschädigung für einzelne nicht mehr restituierbare Vermögenswerte des Vermögens von Juden und Jüdinnen, neue Erkenntnisse sowohl über den Vermögensentzug als auch die Restitution nach 1945 sowie über die dazwischen liegenden Wechselbeziehungen zu gewinnen. Aus den im Österreichischen Staatsarchiv liegenden rund 60.000 Vermögensanmeldungen wurde eine repräsentative Stichprobe gezogen. Die darin enthaltenen Angaben wurden durch Informationen über Rückstellung bzw. Entschädigung entzogenen Vermögens aus den Nachkriegssunterlagen - soweit vorhanden - erweitert, ergänzt und in einer Datenbank erfasst. In erster Linie wurden vor allem die Akten aus dem Bereich der Finanzlandesdirektion Wien, Niederösterreich und Burgenland sowie des Abgeltungsfonds, daneben aber auch andere geeignete Quellenbestände herangezogen, wie z.B. Grundbücher, die Anmeldungen über entzogenes Vermögen gemäß der so genannten Vermögensentziehungs-Anmeldungsverordnung und Akten zu Restitutionsverfahren vor Rückstellungskommissionen. Ergänzt wurden die Verlust- und Entschädigungsdaten durch jene Fälle geschädigter Personen im Sample, die über das Kriegs- und Verfolgungssachschädengesetz eine Teilkompensation erhielten.
Bruno Kreisky International Studies Band 3
For the first time completely new historical research in Argentina, Austria, Brazil, Germany, France, Lithuania, the Netherlands, Russia, Spain, Switzerland, Ukraine and the USA is presented in this volume. The texts focus both on the Nazi loot of property and the exploitation of Slave and Forced Labour during World War II as well as on the complicated and limited restitution and compensation efforts after 1945. Several articles deal with the Nazi question in Latin America during and after World War II (including new evidence on Adolf Eichmann and the Austrian and German Nazis in exile) and the Historical Commission of Argentina.
= Österreichische Nationalgeschichte nach 1945, Sonderband 2, Schriftenreihe des Forschungsinstituts für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek Herausgegeben von Oliver Rathkolb / Otto M. Maschke / Stefan August Lütgenau Böhlau Verlag, Wien-Köln-Weimar 2002, ISBN 3-205-99105-2 Die von der Stiftung Bruno Kreisky Archiv herausgegebene Studie analysiert
anhand von Fallstudien ausgewählter Staaten die Perzeption wesentlicher
historischer Entwicklungen der Zweiten Republik Österreich. Ergänzt wird der Sammelband durch einen hilfreichen Apparat an weiterführender Literatur zu den jeweiligen bilateralen Beziehungen und Einschätzungen sowie durch detaillierte Chronologien zu den Außenbeziehungen der Zweiten Republik.
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