„Auch schon eine Vergangenheit“
Sweden - Austria: Two Roads to Neutrality and a Modern Welfare State
Unter dem Kruckenkreuz. Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen in Österreich 1934-1938

Kinder kriegen – Kinder haben / The Policies of Reproduction

Global Management
Das Geschlecht der Politik
Das Vermögen der jüdischen Bevölkerung Österreichs. NS-Raub und Restitution nach 1945
Revisiting the National Socialist Legacy
Mit anderen Augen gesehen. Österreichs internationale Perzeption 1955–1990

 


„Auch schon eine Vergangenheit“:
Gefängnistagebuch und
Korrespondenzen von Bruno Kreisky

Kommentierte Quellenausgabe, herausgegeben von Ulrike Felber

Mandelbaum Verlag 2009, ISBN 978385476-294-2

„Auch schon eine Vergangenheit“ zu haben, war für den 24-jährigen Bruno Kreisky das Resultat der Kriminalisierung der politischen Opposition durch den autoritären österreichischen Ständestaat. Die Inhaftierung Ende Jänner 1935 und die Anklage wegen des Verdachts des Hochverrats bedeuteten einen Bruch im politischen und privaten Leben, der dem Studenten und sozialistischen Jugendfunktionär unfreiwillig „eine Vergangenheit“ bescherte und zugleich dessen Zukunft gewaltsam beschnitt. Das Gefängnistagebuch sowie Bruno Kreiskys Kassiber und Briefe an Freunde und Eltern vermitteln ein authentisches Bild des bedrückenden Gefängnisalltags und geben einen unmittelbaren Einblick in die Gedankenwelt des politischen Häftlings Kreisky. Briefe aus dem Jahr 1931 an eine Berliner Sozialdemokratin ergänzen die bisher unveröffentlichten Quellen. Damit liegen neue Zeitdokumente zu einer von politischer Polarisierung und antidemokratischen, autoritären Haltungen bestimmten Periode der österreichischen Geschichte vor.

Das Bildmaterial stammt aus Kreiskys persönlichem Nachlass, den die Stiftung Bruno Kreisky Archiv verwahrt, sowie aus anderen Archiven und bisher unveröffentlichten privaten Beständen. Das Gefängnistagebuch galt seit Jahren als verschollen und lag zunächst nur in Kopie vor, wurde dem Archiv aber erfreulicherweise zu Weihnachten 2008 im Original übermittelt und konnte bei der Herausgabe des Buches noch berücksichtigt werden.

Das Projekt wurde von der Oesterreichischen Nationalbank finanziert und erschien 2009 im Mandelbaum Verlag.

 


Sweden - Austria: Two Roads to Neutrality and a Modern Welfare State

Oliver Rathkolb (Ed.)

LIT Verlag 2008, ISBN 978-3-8258-1311-6

This volume is organized around Swedish and Austrian models of social partnership, the welfare, economic policies and neutrality policy with special focus on developments since the end of the Cold War. There is a stronger trend towards changes in Sweden within the process of decorporization with a more intensive change into more pluralistic decision making models. In GDP per head Austrian economic performance has been more successful. On the other hand, Sweden succeeded better than Austria in reaching more equal income distribution. Both countries seem to continue the neutrality policy track.

 


Unter dem Kruckenkreuz.
Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen in Österreich 1934-1938


Paul Pasteur

Aus dem Französischen von Sonja Niederacher

Herausgegeben von der Stiftung Bruno Kreisky Archiv

Studienverlag 2008, ISBN 978-3-7065-4600-3

Zur Zeit des autoritären Ständestaates waren in Österreich alle selbständigen gewerkschaftlichen Organisationen verboten. Dennoch arbeiteten sozialdemokratische, kommunistische und nationalsozialistische Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen im Untergrund weiter. Sie organisierten sich in Betrieben und versuchten, in Konkurrenz zueinander, die Arbeiter und Arbeiterinnen für sich zu gewinnen.
Paul Pasteur beschreibt anschaulich das Spannungsfeld, in dem diese unterschiedlichen Gruppierungen agierten, und erhellt die vielfältigen Konfliktlinien zwischen den einzelnen Organisationen sowie zwischen Ständestaat und Gewerkschaften. Zugleich schließt er eine Lücke in der historischen Untersuchung des Korporativismus, der seine Wurzeln in der Ersten Republik hat und Österreichs Entwicklung v.a. nach 1945 wesentlich geprägt hat.

Zum Autor: Paul Pasteur ist ein international ausgewiesener Kenner der österreichischen Zeitgeschichte. Er lehrt als Universitätsprofessor an der Universität Rouen (Frankreich), ist Herausgeber und Redakteur der Zeitschrift „Austriaca“ und Autor viel beachteter Studien zur Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert.

 


Kinder kriegen – Kinder haben. Analysen im Spannungsfeld zwischen staatlichen Politiken und privaten Lebensentwürfen

Gudrun Wolfgruber, Margit Niederhuber, Heidi Niederkofler, Maria Mesner (Hrsg.)

Studienverlag 2006, ISBN 3-7065-4073-8

   

englische Version:

The Policies of Reproduction at the Turn of the 21st Century. The Cases of Finland, Portugal, Romania, Russia, Austria, and the US

Maria Mesner, Gudrun Wolfgruber (Eds.)

Studienverlag 2006, ISBN-10: 3-7065-4088-6, ISBN-13: 978-3-7065-4088-9


Der Band umfasst insgesamt 14 Beiträge über die Reproduktionspolitiken in Finnland, Österreich, Portugal, Rumänien, Russland und den USA. Er enthält Analysen sowohl der Kinderbetreuungs- als auch der Geburtenpolitik. Die Verbindung dieser wissenschaftlichen Perspektiven ermöglicht innovative Einblicke in die Beziehung zwischen Familien-, Geschlechter- und Bevölkerungspolitik auf beiden Seiten des ehemaligen „Eisernen Vorhanges“.
Die Klammer über die Verschiedenheit der Situation in den unterschiedlichen Ländern bilden Beiträge, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Geschlecht und Nation bzw. mit der Rolle der Reproduktionsmedizin befassen.
Insgesamt bietet der Band eine sehr vielschichtige und differenzierte Auseinandersetzung mit dem immer noch kontroversiellen Thema „Reproduktionspolitik“ – dies macht das Buch zu einem bahnbrechenden Werk im Bereich der Gender Studies.

Mit Beiträgen von Adriana Baban, Virgínia Ferreira, Johanna Gehmacher, Linda Gordon, Teija Hautanen, Yelena Kulagina, Maria Mesner, Ritva Nätkin, Ann Shola Orloff, Livia Popescu, Sílvia Portugal, Michele Rivkin-Fish, Aurelia Weikert und Maria Andrea Wolf.




Global Management

Wolfram Hoppenstedt, Ron Pruessen, Oliver Rathkolb (Hg.)

LIT Verlag 2005, ISBN: 3-8258-8644-1

Zweifellos war die Entwicklung der letzten Jahre des 20. Jahrhunderts von der Globalisierung geprägt. Dieser Sammelband, der seinen Ausgangspunkt in einer internationalen Konferenzreihe nahm, widmet sich einem wichtig, aber meist wenig beachteten Aspekt von Globalisierung, dem des Aufbaus von globalen Managementstrukturen. Versuche der globalen Steuerung, die in den letzten Jahrzehnten unternommen wurden, sollten den Gefahren, die von Globalisierungstendenzen ausgingen und -gehen, entgegen treten. Der Band mit Beiträgen von Politikern, Gesellschaftswissenschafterinnen und -wissenschaftern aus so verschiedenen Ländern wie den USA, Kenia und Österreich ist in vier Abschnitte geteilt, die sich mit dem Ost-West-Konflikt, den politischen Lösungsversuchen des Nord-Süd-Problems, verschiedensten Strategien gegen wirtschaftliche und ökologische Gefahren sowie Versuchen, internationales Recht, vor allem im Bereich der Menschenrechte zu etablieren.

 


Das Geschlecht der Politik

Maria Mesner, Margit Niederhuber, Heidi Niederkofler, Gudrun Wolfgruber

Verlag Österreich Wien 2004, ISBN 3-85224-114-6

Im vorliegenden Band werden Länder auf drei Kontinenten – Finnland, Mosambik, Österreich, Portugal und die USA – einander gegenüber gestellt. Dabei fragen die Autorinnen anhand der Politikfelder politische Repräsentation, Reproduktion und Erwerbsarbeit danach, welche Bedeutung „Geschlecht“ – sowohl als soziale Zugehörigkeit als auch Diskriminierungskategorie – in den verschiedenen Gesellschaften hat. Zwar bestätigt sich, dass „Geschlecht“ in allen untersuchten Gesellschaften eine zentrale Funktion in der soziale Differenzierung und Hierarchisierung hat, aber Bedeutung und Wirkungen von Geschlecht in den verschiedenen Ländern, in den differenten gesellschaftlichen Gruppen und geografischen Regionen, die sie umfassen, erweisen sich durchaus als unterschiedlich. Während beispielsweise in Finnland die Unterscheidung zwischen Männern und Frauen der zentrale Platzanweiser in der Gesellschaft ist, hat in den USA das Gewicht der ethnischen und sozialen Zugehörigkeit besondere Bedeutung. In Portugal wiederum ist es die Teilhabe an bestimmten sozialen Milieus, die vielleicht wesentlicher ist für die Bestimmung der Handlungsspielräume eines Menschen als seine Geschlechtszugehörigkeit. Trotz aller Unterschiede wird aber eines deutlich: Die gesellschaftliche Definition des Verhältnisses von Erwerbs- und Betreuungsarbeit ist zentral für die Verfasstheit der Geschlechterverhältnisse.

 


Das Vermögen der jüdischen Bevölkerung Österreichs.
NS-Raub und Restitution nach 1945

Veröffentlichungen der Österreichischen Historikerkommission Band 9

Helen B. Junz, Oliver Rathkolb, Theodor Venus, Vitali Bodnar, Barbara Holzheu, Sonja Niederacher, Alexander Schröck, Almerie Spannocchi, Maria Wirth

Oldenbourg Verlag Wien-München 2004, ISBN 978-3-486-56770-0

Die vorliegende Studie versucht, unter besonderer Betonung der Rückstellung von zwischen 1938 - 1945 entzogenem Vermögen bzw. der Entschädigung für einzelne nicht mehr restituierbare Vermögenswerte des Vermögens von Juden und Jüdinnen, neue Erkenntnisse sowohl über den Vermögensentzug als auch die Restitution nach 1945 sowie über die dazwischen liegenden Wechselbeziehungen zu gewinnen. Aus den im Österreichischen Staatsarchiv liegenden rund 60.000 Vermögensanmeldungen wurde eine repräsentative Stichprobe gezogen. Die darin enthaltenen Angaben wurden durch Informationen über Rückstellung bzw. Entschädigung entzogenen Vermögens aus den Nachkriegssunterlagen - soweit vorhanden - erweitert, ergänzt und in einer Datenbank erfasst. In erster Linie wurden vor allem die Akten aus dem Bereich der Finanzlandesdirektion Wien, Niederösterreich und Burgenland sowie des Abgeltungsfonds, daneben aber auch andere geeignete Quellenbestände herangezogen, wie z.B. Grundbücher, die Anmeldungen über entzogenes Vermögen gemäß der so genannten Vermögensentziehungs-Anmeldungsverordnung und Akten zu Restitutionsverfahren vor Rückstellungskommissionen. Ergänzt wurden die Verlust- und Entschädigungsdaten durch jene Fälle geschädigter Personen im Sample, die über das Kriegs- und Verfolgungssachschädengesetz eine Teilkompensation erhielten.

 



Revisiting the National Socialist Legacy: Coming to Terms with Forced Labor, Expropriation, Compensation, and Restitution

Bruno Kreisky International Studies Band 3

Herausgegeben von Oliver Rathkolb

Studienverlag, Innsbruck-Wien 2003, ISBN 3-7065-1817-1

For the first time completely new historical research in Argentina, Austria, Brazil, Germany, France, Lithuania, the Netherlands, Russia, Spain, Switzerland, Ukraine and the USA is presented in this volume. The texts focus both on the Nazi loot of property and the exploitation of Slave and Forced Labour during World War II as well as on the complicated and limited restitution and compensation efforts after 1945. Several articles deal with the Nazi question in Latin America during and after World War II (including new evidence on Adolf Eichmann and the Austrian and German Nazis in exile) and the Historical Commission of Argentina.
Since the mid 1990s, both the political, legal and historical debate concerning these topics has re-started and led to the establishment of nearly 30 historical commissions, starting with the Bergier-Commission in Switzerland. The work of several of these Commissions in Switzerland, Austria, Spain and Lithuania as well as similar efforts in Argentina are compared in this book. An unpublished extensive memoir of George Slazak, a young Pole, forced into the Nazi labour machinery as a child, who has survived one of the brutal Nazi Labour Education Camps in Austria, enlarges the academic and political debate into the personal perspective of millions of forced laborers.

 




Mit anderen Augen gesehen. Österreichs internationale Perzeption 1955–1990

= Österreichische Nationalgeschichte nach 1945, Sonderband 2, Schriftenreihe des Forschungsinstituts für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek

Herausgegeben von Oliver Rathkolb / Otto M. Maschke / Stefan August Lütgenau

Böhlau Verlag, Wien-Köln-Weimar 2002, ISBN 3-205-99105-2

Die von der Stiftung Bruno Kreisky Archiv herausgegebene Studie analysiert anhand von Fallstudien ausgewählter Staaten die Perzeption wesentlicher historischer Entwicklungen der Zweiten Republik Österreich.
Anhand von neu erschlossenem Quellenmaterial aus dem In- und Ausland werden die Einschätzungen über Leistungen, aber auch Misserfolge der Zweiten Republik im Spiegel der politischen und medialen Meinung außerhalb Österreichs dargestellt und analysiert. Damit verlässt der Band die klassischen Pfade einer diplomatiegeschichtlichen Darstellung der Zweiten Republik und fokussiert auf die Außenbewertung österreichischer Zeitgeschichte durch die Analyse von Historikern und Historikerinnen einerseits und von ehemaligen hochrangigen österreichischen Diplomaten andererseits.
Die Spanne der Beiträge reicht von den direkten Nachbarstaaten und europäischen Mächten, den Supermächten über Staaten des Nahen und Mittleren Ostens bis hin zu Indien und der Staatengruppe der Blockfreien. Österreichs Stellung im Ost-West-Konflikt, die aktive Neutralitätspolitik der Ära Kreisky, die Konzentration auf innereuropäische Angelegenheiten seit der Mitte der 80er Jahre und die Diskussion über die NS-Vergangenheit Österreichs und den Umgang mit dem NS-Erbe wurden in Politik und Öffentlichkeit vieler Staaten aufmerksam verfolgt. In der Zusammenschau mit der Einschätzung der inneren Entwicklung der Zweiten Republik, der sozialen und wirtschaftlichen Organisation des Landes fächert der Sammelband ein multiperspektivisches Bild Österreichs und seiner Stellung in der Welt nach 1945 auf, das in vielerlei Hinsicht traditionelle österreichische Selbsteinschätzungen relativiert und neue Erkenntnisse liefert.

Ergänzt wird der Sammelband durch einen hilfreichen Apparat an weiterführender Literatur zu den jeweiligen bilateralen Beziehungen und Einschätzungen sowie durch detaillierte Chronologien zu den Außenbeziehungen der Zweiten Republik.