BRUNO KREISKY PREIS
FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
 
Preisverleihung
 

13. Verleihung
der Bruno Kreisky Preise für
Verdienste um die Menschenrechte

Eine unabhängige ExpertInnen-Jury
zeichnete einstimmig folgende PreisträgerInnen aus:

Gao Zhisheng (China),
Jovan Mirilo (Serbien),
die Organisation ZARA und
Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak (Österreich).

Die Veranstaltung mit der Preisüberreichung wird am
Donnerstag, den 28. Juni 2007, zwischen 17 und 18 Uhr
im Camineum der Österreichischen Nationalbibliothek
1010 Wien, Josefsplatz 1 stattfinden.

Die Laudatio auf die diesjährigen PreisträgerInnen werden
Dr. Beate Winkler, Direktorin der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte,
Sonja Biserko, Vorsitzende des Helsinki-Komitees für Menschenrechte in Beograd und
Mag. Heinz Patzelt, Generalsekretär von amnesty international Österreich und
Kreisky-Menschenrechtspreis-Jury-Mitglied halten.

Aufgrund von Sicherheitskontrollen bitten wir Sie, sich unbedingt zu dieser Veranstaltung anzumelden (office@demokratiezentrum.org oder tel. 01/512 37 37-12)

 

Der Pekinger Anwalt Gao Zhisheng ist einer der führenden Menschenrechtsverteidiger in China. Er hat mit seiner Kanzlei immer wieder bedeutende Menschenrechtsfälle vor den chinesischen Behörden und Gerichten vertreten, darunter prominente Menschenrechtsaktivisten, AnhängerInnen von Falun Gong, Mitglieder der nicht offiziellen christlichen Haus-Kirchen aber auch Klagen von BürgerInnen gegen staatliche Willkürakte und Landentzug. Herr Gao wurde nach langen Behinderungen durch Sicherheitskräfte und Geheimdienste im August 2006 ohne Angabe von Gründen verschleppt, jedoch erst am 21. September 2006 wegen des Verdachts der „Subversion“ offiziell seine Festnahme verkündet.
Ende vergangenen Jahres wurde Herr Gao wegen Subversion zu drei Jahren Haft verurteilt, die Haft jedoch auf fünfjährige Bewährung ausgesetzt. Derzeit ist Herr Gao gebannt, er darf sich nicht zu seinem Fall oder der politischen Situation öffentlich äußern.

Jovan Mirilo, ein Menschenrechtsaktivist, hat – nach zweijährigen Nachforschungen – durch die Veröffentlichung des „Srebrenica-Videos“, das das Massaker von Srebrenica 1995 durch serbische Para-Militärs dokumentierte, eine wichtige Nachdenkphase und kontroverse interne Diskussion innerhalb der serbischen Gesellschaft angestoßen. Seitdem der internationale Gerichtshof in Den Haag und der Belgrader Sender B 92 das Video ausstrahlten, wurden einige der Todesschützen verhaftet. Gleichzeitig musste Herr Mirilo wegen der gegen ihn und seine Frau einsetzenden Gewalt und wegen fortgesetzter Morddrohungen aus Serbien fliehen.

ZARA ist eine NGO und steht für Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit und hat die Bekämpfung von allen Formen von Rassismus und die Förderung von Zivilcourage zum Ziel. ZARA berät Opfer und ZeugInnen von Rassismus und trägt mittels gezielter Öffentlichkeitsarbeit, Trainings- und Beratungstätigkeit zur Prävention bei. Der von ZARA jährlich veröffentlichte Rassismus Report gibt Auskunft über Qualität und Strukturen des rassistischen Alltags in Österreich (www.zara.or.at).

 

Einen nicht mit einem Geldpreis dotierten Ehrenpreis erhält der Professor für Menschenrechte an der juridischen Fakultät der Universität Wien, Manfred Nowak.

Manfred Nowak ist der derzeit bedeutendste Menschenrechtsverteidiger und Menschenrechtslehrer in Österreich. Als Mitbegründer und Co-Direktor des Ludwig Boltzmann Institutes für Menschenrechte hat Manfred Nowak am Aufbau einer der zentralen Forschungs- und Lehreinrichtungen zu Menschenrechten in Österreich entscheidend Anteil gehabt. Gleichzeitig hat Prof. Nowak ein breites internationales Wirkungsfeld. 1993–2001 war Manfred Nowak Experte der UN Arbeitsgruppe zu unfreiwillig und gewaltsam verschleppten/vermissten Personen, 1996 bis 2003 Richter am Gerichtshof für Bosnien-Herzegowina, 2001–2006 Berater zur Armutsbekämpfung des UN-Hochkommissars für Menschenrechte in Genf und UN- Experte für vermisste Personen. Seit 2004 ist Manfred Nowak UN- Sonderberichterstatter über Folter. Er ist auch Vorsitzender einer Besuchskommission des Menschenrechtsbeirates des Bundesministeriums für Inneres. Manfred Nowak war Gastprofessor an den Universitäten von Lund und Venedig, er ist Träger des UNESCO Preises 1994 für seine Lehrtätigkeit zu Menschenrechten.

 

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