BRUNO KREISKY PREIS
FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
 
     
 


Wir trauern um
 
Prof. Alfred Ströer

Träger des goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich,
des Ehrenzeichens für Verdienste um die Befreiung Österreichs
und weiterer hoher Auszeichnungen

Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog
Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte
Stiftung Bruno Kreisky Archiv

 
     
14.VERLEIHUNG DER BRUNO KREISKY PREISE FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
     
 

14.VERLEIHUNG DER BRUNO KREISKY PREISE FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE AM 20. MAI 2011, 21.45 Uhr, MUSIKVEREIN,
Bösendorferstrasse 12, 1010 Wien.

Am 20. Mai 2011 wurden zum 14. Mal die Bruno Kreisky Preise für Verdienste um die Menschenrechte verliehen. Im Oktober 1976 gegründet, hat die renommierteste österreichische Menschenrechtsstiftung bei den bisherigen 13 Preisverleihungen über 130 Personen und Institutionen ausgezeichnet.

Die PreisträgerInnen des Jahres 2011waren die Hilfsorganisationen ASPIS, ESRA und HEMAYAT sowie das West-Eastern Divan Orchestra mit seinem Gründer Maestro Daniel Barenboim.

Die Veranstaltung wurde im Großen Saal des Wiener Musikvereins, Bösendorferstrasse 12, 1010 Wien, mit einem Konzert des West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim eröffnet. Gespielt wurde Alban Bergs Kammerkonzert für Klavier und Geige mit Begleitung von 13 Bläsern, op.8 und Ludwig Van Beethovens Symphonie Nr.3 Es-Dur, op.55 „Eroica“.

Die 14. Verleihung der Bruno Kreisky Preise für Verdienste um die Menschenrechte erfolgte im Anschluss (21.45 Uhr) im Magna Auditorium/Gläserner Saal im Wiener Musikverein. Die Preisverleihung wurde von einem Streicher-Oktett des West-Eastern Divan Orchestra musikalisch begleitet (Felix Mendelssohn-Bartholdy, Oktett für Streicher in Es, op.20,1.Satz: Allegro moderato). Die Laudatio auf  Maestro Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra hielt die Präsidentin des Nationalrates, Mag.a Barbara Prammer. Zu den drei Organisationen ASPIS, ESRA und HEMAYAT sprach der Künstler und Autor André Heller.

Bundespräsident Heinz Fischer mit Maestro
Daniel Barenboim in der Wiener Hofburg
   

Video der Preisverleihung:

 
   
Bilder von der Preisverleihung:  
   
   
   
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STIFTUNG
     
  Zu seinem 65. Geburtstag verzichtete Bruno Kreisky auf Geschenke. Ein Kreis von FreundInnen und MitarbeiterInnen um den damaligen Wiener Bürgermeister Leopold Gratz und den Präsidenten des ÖGB, Anton Benya, entwickelte die Idee einer Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte, die den Namen Kreiskys tragen sollte. Der damalige Finanzsekretär des ÖGB, Alfred Ströer, der während der NS-Zeit inhaftiert war, übernahm die Realisierung und Verwaltung dieses Projekts.  
     
 

Zu dieser Zeit war die österreichische Wahrnehmung der internationalen Menschenrechtsproblematik von den Verbrechen diktatorischer Regime in Mittel- und Südamerika, der Unterdrückung im kommunistischen System sowie vom beginnenden KSZE-Prozess, dem Apartheid-System im südlichen Afrika, aber auch der Unterentwicklung der südlichen Hemisphäre und dem Nord-Süd Konflikt bestimmt.

 

Bruno Kreisky wurde sowohl durch das Dollfuß-Regime 1935 für 15 Monate, als auch von den Nationalsozialisten 1938 für weitere fünf Monate eingekerkert und schließlich in das Exil nach Schweden getrieben, von wo er erst 1951 zurückkehrte. Diese Erfahrung hatte sein politisches Leben, insbesondere auch gegenüber diktatorischen Regimen, Menschenrechtsverletzungen und Asylsuchenden geprägt.


Bruno Kreisky im schwedischen Exil
Bruno Kreisky
   

Dies spiegelte sich in Kreiskys Politik zu den großen Fragen seiner Zeit, dem Ost-West Konflikt und der Détente, der Entwicklungspolitik, aber auch in seinem Einsatz für Einzelne, etwa DissidentInnen in Osteuropa sowie der Sowjetunion oder Opfern von Verfolgung und Folter in Lateinamerika, wider.


Polizeifoto 1935

 

„Im Bewußtsein der Verantwortung, die ich habe, und zwar in ihrem umfassensten Sinn, bin ich zu der Auffassung gelangt, es sei notwendig, ohne Gehässigkeit und ohne Absicht, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen.

13. September 1973, Bruno Kreisky, Tagung des Internationalen Rates von Amnesty International
 

Bruno Kreisky mit Willy Brandt und Olof Palme im Garten der Armbrustergasse 15 in Wien.

Um den unabhängigen und überparteilichen Charakter der Stiftung zu betonen, beteiligten sich auch Unternehmen und Institutionen, die nicht dem sozialdemokratischen Lager Österreichs zuzurechnen waren, an der Aufbringung des Stiftungskapitals. In zwei Tranchen wurden € 700.000,- (ATS 10 Mio.) zusammengetragen. Aus Erträgen dieses Stiftungskapitals und durch Spenden finanziert sich die Stiftung bis heute maßgeblich. Auf Grund österreichischer Steuergesetze ist die Stiftung angehalten, 50 % der Preisgelder in Österreich auszuschütten.

 

 

Während Bruno Kreisky auf die Gründung der Stiftung keinen Ein- fluss nahm, spiegelt die Zusammensetzung der ersten internationalen und unabhängigen Jury sehr wohl Aspekte des internationalen Netzwerkes des Staatsmannes Kreisky wider. Neben internationalen Persönlichkeiten wie der deutschen Publizistin und Widerstandskämpferin Marion Gräfin Dönhoff, den Staatsmännern und persönlichen Freunden Kreiskys, Willy Brandt, Olof Palme und Roland Dumas, gehörten insbesondere österreichische Sozialexperten wie Professor Herwig Büchele, SJ, der Jury an. Damit unterstrich die Stiftung ihre Bereitschaft, auch besondere Verdienste im Bereich der Verteidigung und Förderung wirtschaftlicher und sozialer Menschenrechte auszuzeichnen.
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