BRUNO KREISKY PREIS
FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
 
PREISTRÄGERINNEN
     
 

1984
Vicaria de la Solidaridad (Priest of the Solidarity) (Chile)

1973 rief der Kardinal der katholischen Kirche und Erzbischof von Santiago de Chile, Monsignore Raúl Silva Henríquez, in Zusammenarbeit mit anderen Kirchen des Landes den Kooperationsausschusses für Frieden in Chile, el Comité de Cooperación para la Paz en Chile, ins Leben. Es handelte sich um eine Organisation, die versuchte, Rechtshilfe zu etablieren und soziale Unterstützung für Opfer von groben Verletzungen der Menschenrechte, die in dem Militärputsch vom 11. September des selben Jahres wurzelten, anzubieten. Drei Jahre später entstand daraus die Vicaría de la Solidaridad, eine Institution, die den Kooperationsausschuss ersetzte und dessen Arbeit fortführte. Vicaria de la Solidaridad leistete in Santiago de Chile besonders in den Jahren von 1974 bis zum Jahr der Preisverleihung, 1984, großartige und aufopfernde Arbeit im humanitären Bereich und auf dem Gebiet der Verteidigung der Menschenrechte. Eine ungezählte Schar von freiwilligen MitarbeiterInnen beriet und unterstützte tausende Hilfsbedürftige und politisch Verfolgte. Ein besonderer Beratungsdienst, der sich vorwiegend aus JuristInnen zusammensetzte, vertrat die Interessen der politisch Inhaftierten und leistete einen unschätzbaren Beitrag zur Verteidigung der Menschenrechte; die freiwilligen MitarbeiterInnen arbeiteten unter ständiger Bedrohung ihres Lebens. Vielen Menschen, ungeachtet ihrer politischen Anschauung, wurde dadurch in den elf Jahren chilenischer Militärdiktatur geholfen.
Vicaría de la Solidaridad war eine zentrale Menschenrechtsinstitution während des Militärregimes und beendete ihre Aktivitäten mit Ende des Jahres 1992. Die Geschichte dieser umfangreichen Arbeit über den Lauf von zwanzig Jahren ist in einer großen Menge von Unterlagen erhalten geblieben und unverzichtbarer Bestandteil des historischen Gedächtnisses von Chile. Aus Vicaría de la Solidaridad ist das größte Zentrum für Informationen über die Menschenrechte in Chile entstanden, das 1993 in Fundación de documentación y archivo de la Vicaria de la solidaridad umbenannt wurde (Stiftung zur Dokumentation und Archivierung von Vicaria de la solidaridad).
Diese Institution enthält alle Dokumente und Informationen über die Arbeit der Vicaria, sowie des Kooperationsausschusses für Frieden in Chile im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur in Chile, sowie alle Informationen über die Opfer der Zeit zwischen September 1973 und März 1990.

Weitere Informationen:

http://www.vicariadelasolidaridad.cl

 
 
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