BRUNO KREISKY PREIS
FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
 
PREISTRÄGERINNEN
     
 

1979
Goss-Mayr, Hildegard

Hildegard Goss-Mayr wurde 1930 in Wien geboren. Sie studierte Philosophie, Philologie und Geschichte in Wien und New Haven, USA, und promovierte als erste Frau an der Wiener Universität „sub auspiciis“. 1953 begann Hildegard Goss-Mayr ihre Arbeit im Internationalen Versöhnungsbund, International Fellowship of Reconciliation- IFOR, und heiratete 1958 den französischen Friedensaktivisten Jean Goss. Zusammen bauten sie während des Kalten Krieges über den Eisernen Vorhang hinweg Kontakte mit Menschen in Osteuropa auf. Während des Zweiten Vatikanischen Konzils setzten sich Goss-Mayr und ihr Mann für die Aufnahme der Themen Abrüstung, Wehrdienstverweigerung und Gewaltfreiheit ein. Hildegard und Jean Goss-Mayr waren während der folgenden Jahrzehnte in fast vierzig Ländern aktiv, um Menschen in ihrem Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit zu unterstützen. In den 1960er und 1970er Jahren bauten sie die gewaltlose Befreiungsbewegung Servicio Paz y Justicia- SERPAJ - Dienst für Frieden und Gerechtigkeit- in Lateinamerika auf, deren Leitung der spätere Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel übernahm. Weiters weiteten sie ihr Engagement auf den Nahen Osten und Afrika aus. Anfang der 1980er-Jahre unterstützten sie die Befreiungsbewegung auf den Philippinen und trugen damit wesentlich zum Erfolg des gewaltfreien Widerstandes gegen die Diktatur von Ferdinand Marcos bei. Seit den 1990er-Jahren galt Hildegard Goss-Mayrs Engagement besonders den Ländern des frankophonen Afrikas, insbesondere Madagaskar und der Demokratischen Republik Kongo.

Hildegard Goss-Mayr ist eine international anerkannte Persönlichkeit der Friedensbewegung und Versöhnungsarbeit. Sie lebt ein „Leben für die Gewaltlosigkeit“. Sie ist Trägerin zahlreicher internationaler Friedenspreise, darunter der spanische Friedenspreis Xirinax (Pax Christi Spanien), der japanische Niwano-Friedenspreis und der US-amerikanische Teacher for Peace Award (Pax Christi USA). 1979 wurde sie zum ersten von insgesamt drei Malen für den Friedensnobelpreis nominiert und erhielt, zusammen mit ihrem Ehemann Jean, für ihren pazifistischen Einsatz und ihre Initiative für den Ost-West Dialog den Bruno Kreisky Preis für Verdienste um die Menschenrechte.

Inhalt/ Weitere Informationen:

http://www.versoehnungsbund.at

http://www.donau-uni.ac.at/de/department/wbbm/veranstaltungen/id/11198/index.php?URL=/de/department/wbbm/bereich/interkulturell/service

 
 
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