BRUNO KREISKY PREIS
FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
 
PREISTRÄGERINNEN
     
 

1988
Neve Shalom/ Wahat al-Salam (Israel)

Neve Shalom / Wahat al-Salam ist ein genossenschaftlich organisiertes Dorf und liegt gleich weit entfernt von Jerusalem und Tel Aviv. Die Gemeinde besteht aus Arabern und Juden, was in Israel einzigartig ist. Es wurde im Jahr 1972 auf einer Fläche von 100 Hektar auf einem Pachtgrund des benachbarten Klosters Latrun gegründet. Im Jahr 1978 ließ sich die erste Familie dort nieder. Seitdem ist die Einwohnerzahl gestiegen, sodass das Dorf 1990 sechzig Einwohner verzeichnete und heute allein über hundert erwachsene Einwohner umfasst.

Die Bewohner des Dorfes mussten lernen, in ihrem täglichen Leben zusammenzuarbeiten und die Nähe, in der sie leben, fördert das gegenseitige Verständnis. Beide Gruppen sind ihrer kulturellen und religiösen Identität treu geblieben, bringen aber gleichzeitig großen Respekt gegenüber den andern Gemeindemitgliedern auf. Sie bereichern das eigene Leben durch die Anerkennung der Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Diese Gemeinschaft ist ein Beweis für die erfolgreiche Koexistenz zwischen Arabern und Juden. Die Gemeinschaft besitzt eine eigene Kinderstube, einen eigenen Kindergarten und eine Grundschule, die von den jüdischen und arabischen Mitgliedern der Gemeinschaft zusammen geführt werden. Die Kinder spielen und lernen zweisprachig und wachsen somit in einer bi-kulturellen Atmosphäre auf. Im Januar 2011 wurde ein junges Mitglied der Gemeinde, Mai Shebta, als einer von fünf Jugendlichen ausgewählt, um an dem " Global Change-maker "-Programm teilzunehmen. Dieses Programm findet im Rahmen des Weltwirtschaftsforums statt und wird sich auf die Facetten des Zusammenlebens in einer zunehmend globalisierten Welt konzentrieren.

Ein demokratisch gewählter Ausschuss beschließt alle Aspekte der Gemeinde. Es werden regelmäßige Treffen für alle Mitglieder abgehalten, um sich auf bestimmte Themen zu konzentrieren. Neve Shalom / Wahat al-Salam arbeitet unabhängig und wird von keiner politischen Partei unterstützt. Einige Mitglieder der Gemeinde arbeiten außerhalb des Dorfes, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, andere sind in der Schule, der Schule für den Frieden, den Sekretariaten und Betrieben, wie der Jugendherberge, der Schafzucht, in den Olivenhainen oder bei Wartungs- und Gebäudedienstleistungsfirmen tätig.

(http://nswas.org).

 
 
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