BRUNO KREISKY PREIS
FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
 
PREISTRÄGERINNEN
     
 

1995
Saro-Wiwa, Ken (Nigeria)
Ermordet, posthum verliehen

Ken Saro-Wiwa wurde im Oktober 1941 in Nigeria geboren. Während des Biafra-Krieges in den sechziger Jahren war er Zentraladministrator im Niger-Delta, im Hafen von Bonny. In den 70er Jahren begann er seine schriftstellerische Tätigkeit und produzierte auch ein bekanntes Fernsehprogramm. Unter anderem war er auch Vorsitzender der „Association of Nigerian Writers.“

1990 kämpfte er als einer der bekanntesten Menschenrechts-Aktivisten Nigeras für mehr Demokratie und für Minderheitenrechte, er strebte eine Verbesserung der zivilen und politischen Rechtssituation in Nigeria an. Da die Ölförderung im Nigerdelta ökologische und wirtschaftliche Probleme verursachte, kam es so weit, dass die Ogoni, meist Landwirte in dieser Region, ihren Lebensunterhalt nicht mehr erwirtschaften konnte. Ken Saro-Wiwa machte darauf aufmerksam, dass der Lebensstil der Ogoni durch die Ölförderung, aber auch durch den Druck, den die ethnische Mehrheit und die Militärregierung auf sie ausübten, zerstört würde.

1993 begann die Ölförderungsgesellschaft aufgrund der Proteste der Ogoni und der negativen internationalen Reaktionen die Region zu verlassen. 1994 wurde Ken Saro-Wiwa als Präsident der MOSOP (Movement of the Survival of Ogoni People) ohne Gerichtsbeschluss verhaftet. Während seiner jahrlangen Haft wurde ihm das Besuchsrecht verweigert. Zum Zeitpunkt der Bruno Kreisky Preisverleihung befand sich Ken Saro-Wiwa immer noch in Haft und so nahm sein Sohn stellvertretend für ihn der Preis entgegen. Wegen seiner Teilnahme an den Protestaktionen wurde Saro-Wiwa trotz der internationalen Kritik am 10. November 1995 hingerichtet.

http://www.remembersarowiwa.com

Im Juni 2010 wurde die Firma Shell der Verletzung von Menschenrechten beschuldigt da sie in die Massaker an den Ogoni und die Ermordung Saro-Wiwas verwickelt war. Shell erschein nicht vor Gericht und erlegte die Summe von 15,5 Millionen Dollar wofür es keinen Präzedenzfall gibt. Im November 2010 begann „Remember Saro-Wiwa“ die Medien auf Dokumente von Shell aufmerksam zu machen, die gerade verfügbar geworden waren. In letzter Zeit bemühte diese Organisation auch um die Errichtung eines Denkmals für Ken Saro-Wiwa
(http://www.guardian.co.uk, 9. November 2010)

 
 
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