BRUNO KREISKY PREIS
FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
 
PREISVERLEIHUNGEN
  1979 1981 1984 1986 1988 1991 1993 1995 1997 2000 2002 2005 2007  
     
 
1991 6. VERLEIHUNG, 18. JANUAR 1991,
WIENER RATHAUS
 
 
Bärbel Bohley, Deutschland
Congress of South African Trade Unions, Südafrika
Yael Dayan, Israel
Faisal Husseini, Palästina
International Center for Peace in the Middle East, Israel/Palästina
Insan Haklari Dernegi, Türkei
Horst Kleinschmidt, Südafrika/Großbritannien
Komitee Cap Anamur, Deutschland
Felicia Langer, Israel
Paulinho Paiakan Kayapoo, Brasilien
Ständiges Komitee für nationalen Dialog, El Salvador
Poznán Human Rights Center, Polen
Dschalal Talabani, Syrien/Irak
Alfredo Vázquez Carrizosa, Kolumbien
Anti-Apartheid-Bewegung, Österreich
CARE, Österreich
Flughafensozialdienst, Österreich
Liesl Frankl, Österreich
Frauensolidarität, Österreich
Gesellschaft für bedrohte Völker, Österreich
Bischof Erwin Kräutler, Brasilien
Österreichisches Rotes Kreuz, Österreich
„Wissenschaftsladen“ der Universität Linz, Österreich
Hilfskomitee für Flüchtlinge in Österreich, Österreich
 
   
   

Am 29. Juli 1990 stirbt Bruno Kreisky nach langer schwerer Krankheit in Wien. Die Familie ruft zu Kranzspenden zugunsten der Kreisky Stiftung für Menschenrechte auf. Insgesamt kommen der Stiftung nahezu € 60.000,- (800.000 Schilling) zu. Bei der 6. Preisverleihung am 18. Januar 1991 im Wiener Rathaus werden die bisher größte Zahl von PreisträgerInnen geehrt.

Im Rahmen des langjährigen Themenschwerpunktes des Anti- Apartheid Kampfes wurden der Congress of South African Trade Unions, die österreichische Anti-Apartheid-Bewegung und Horst Kleinschmidt, Generalsekretär des International Defence and Aid Fund for Southern Africa (IDAF), London mit Preisen gewürdigt.

PreisträgerInnen aus dem Nahen Osten waren Yael Dayan, Faisal Husseini, International Center for Peace in the Middle East und Felicia Langer.

Felicia Langer und Alfred Ströer. Marion Gräfin Dönhoff hält die Laudatio 1991.

Für Ihren Einsatz für Menschenrechte in der Türkei und für die Rechte der Kurden wurden Insan Haklari Dernegi, die türkische Menschenrechtsvereinigung und Dschalal Talabani ausgezeichnet. Die Preisverleihung stand unter dem Eindruck des Zweiten Golfkrieges (2. August 1990 bis 27. Februar 1991). Sowohl Faisal Husseini als auch Dschalal Talabani mussten ihre Teilnahme an der Preisverleihung absagen. Dschalal Talabani wurde am 6. April 2005 zum Staatspräsidenten des Irak gewählt.

Der langjährige Schwerpunkt Mittel- und Südamerika wurde durch die Aufmerksamkeit für die Rechte der Indigenen erweitert. Preisträger aus diesem Berech waren der Führer des indigenen Volkes der Kayapo, Paulinho Paiakan und der Bischof von Altamira, Erwin Kräutler.

„Der Freiheitsbegriff hat nicht nur einen
politischen, sondern auch einen materiellen
Inhalt. Demgemäß wäre also die freie
Gesellschaft so zu organisieren, dass sie die
Freiheit von Zwang und die Freiheit von
Not gewährleistet.“


Bruno Kreisky, Rede auf dem Forum Alpbach, 3. September 1976
Paulinho Paiakan,
Häuptling der Kayapoo als Preisträger 1991.
 

Zudem erhielten das ständige Komitee für nationalen Dialog in El Salvador und der angesehene kolumbianische Menschenrechtsexperte, Diplomat und Politiker Alfredo Vázquez Carrizosa Auszeichnungen.

Die friedliche Revolution in Osteuropa wandelte das Bild der Menschenrechte in Europa grundlegend. Für ihren jahrelangen Kampf gegen die Menschenrechtsverletzungen des Regimes der DDR und für ihren Einsatz für die juristische Verfolgung von Tätern des Stasi-Regimes wurde Bärbel Bohley ausgezeichnet. Das Poznán Human Rights Centre war ebenfalls aus der polnischen Bürgerrechtsbewegung hervorgegangen und entwickelte sich schnell zu einem bedeutenden Zentrum der Menschenrechtsforschung in Osteuropa.

Bärbel Bohley wird von Alfred Ströer
ausgezeichnet.
Rupert Neudeck erhält den Preis von Alfred Ströer. v.l.n.r .: Alfred Ströer, Oliver Rathkolb, Liesl Frankl und Stefan Lütgenau.

Weiterhin von wachsender Bedeutung war die menschenrechtliche Situation von MigrantInnen in Europa und der Welt. In diesem Bereich hatten sich das Komitee Cap Anamur, der Flughafen Sozialdienst Schwechat, das Hilfskomitee für Flüchtlinge in Österreich, der Verein Frauensolidarität und die Journalistin Liesl Frankl besondere Verdienste erworben.

Weitere PreisträgerInnen waren die Gesellschaft für bedrohte Völker, Wien, CARE Österreich, das österreichische Rote Kreuz und der Wissenschaftsladen Linz.

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