BRUNO KREISKY PREIS
FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
 
PREISVERLEIHUNGEN
  1979 1981 1984 1986 1988 1991 1993 1995 1997 2000 2002 2005 2007  
     
 
1981 2. VERLEIHUNG,
27. NOVEMBER 1981, RATHAUS WIEN
 
 
Simha Flapan, Israel
Raymonda Tawil, Israel
Nelson Mandela, Südafrika
Rosa Jochmann, Österreich
Domitila Barrios de Chungara, Bolivien
Enrique Álvarez Córdoba, El Salvador
Kim Chi-ha, Süd Korea
Kim Dae-jung, Süd Korea
Histadrut, Israel
Fondation pour une entraide intellectuelle
Européenne
, Frankreich
Orlando Fals Borda, Kolumbien
Felix Ermacora, Österreich
 
   
   

Die zweite Preisverleihung erfolgte am 27. November 1981 im Wiener Rathaus. Auch 1981 lagen die Schwerpunkte der Preise wieder in Lateinamerika und dem Nahen Osten. Zugleich jedoch machte die Kreisky Stiftung auf die Situation unter der Militärdiktatur in Südkorea aufmerksam.

Mit Kim Chi-ha und Kim Dae-jung wurden zwei führende Personen der Demokratie und Menschenrechtsbewegung in Südkorea ausgezeichnet.

1974 wurde der Dichter Kim Chi-ha (Kim Chi-ha, koreanisches Homonym für „Untergrund“) wegen angeblicher Volksverhetzung zum Tode verurteilt. Weltweite Empörung führte zu seiner Enthaftung, jedoch bereits 1975 wurde Kim erneut inhaftiert. Der international gefeierte Poet wurde in Korea streng zensiert. 1980 wurde Kim nach seiner neuerlichen Enthaftung zum Symbol des Widerstandes gegen das Militärregime.

Kim Dae-jung war als Führer der demokratischen Opposition immer wieder inhaftiert und wurde aus seinem japanischen Exil nach Südkorea verschleppt. Unter Diktator General Chun Doo-hwan wurde Kim 1980 zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde 1981 in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt, 1982 wurde Kim die Ausreise ins US-amerikanische Exil ermöglicht.
Nach der Demokratisierung Südkoreas 1987 gewann Kim Dae-jung 1998 die Präsidentenwahlen. Für seine Politik des Ausgleichs und der Annäherung mit Nordkorea erhielt Kim Dae-jung 2000 den Friedensnobelpreis.

Präsident Kim Dae-jung 1993 zu Gast in der Armbrustergasse,

v.l.n.r .r.:

Peter Kreisky, Alfred Ströer, Margit Schmidt, Präsident
Kim Dae-jung mit Gattin Lee Heeho.

Kim Dae-jung als politischer Gefangener.


 


Ein weiterer Preisträger war der auf Robben Island inhaftierte Nelson Rolihlahla Mandela.

Die Auszeichnung durch den Kreisky Preis war der zweite internationale Preis für den afrikanischen Freiheitskämpfer nach dem Jawaharlal Nehru Award for International Understanding 1980.

Mandela konnte den Preis nicht selbst entgegen nehmen und auch seine Familie erhielt Preis und Preisgeld nur über verdeckte Kanäle.

1993 erhielt Nelson Mandela gemeinsam mit Frederik Willem de Klerk den Friedensnobelpreis für die Politik des friedlichen Wandels in Südafrika.


  Nelson Rolihla Mandela

Der israelische Gewerkschaftsbund Histadrut wurde für ein Projekt zur Förderung des Zusammenlebens von palästinensischen Arabern und Juden in Israels Norden ausgezeichnet. Zwei weitere Preise gingen an Raymonda Tawil, eine engagierte palästinensische Frauenrechtsaktivistin und Journalistin, sowie an den israelischen Historiker und Publizisten Simcha Flapan.

Drei Preise gingen erneut nach Lateinamerika, Orlando Fals Borda, der kolumbianische Soziologe wurde für seinen Kampf gegen Armut und Unterdrückung der Kleinbauern ausgezeichnet, Enrique Álvarez Córdoba, Landwirtschaftsminister El Salvadors und Präsident der Frente Democrático Revolucionario (FDR) wurde am 28. November 1980 verhaftet, gefoltert und ermordet, der Preis wurde ihm posthum zuerkannt.

Domitila Barrios de Chungara war eine der ersten grass-roots Aktivistinnen Lateinamerikas. Die bolivianische Bergarbeiterfrau war eine der führenden Frauenrechtsaktivistinnen der 1970er und 1980er Jahre in Lateinamerika. Anfang der 1980 Jahre lebte Frau Barrios de Chungara im Schweizer Exil.

Die Fondation pour une entraide intellectuelle Européenne in Paris wurde für ihre humanistische Arbeit und die Unterstützung von Wissenschaftlern und Intellektuellen im kommunistischen Osteuropa ausgezeichnet.

Zwei Preise wurden in Österreich vergeben.

Die unermüdliche Mahnerin gegen Faschismus und Widerstandskämpferin gegen Austrofaschismus und Nationalsozialismus Rosa Jochmann sowie der spiritus rector der österreichischen Menschenrechtspolitik und Forschung nach 1945, Felix Ermacora, wurden für ihr langjähriges Wirken ausgezeichnet.

Rosa Jochmann als Preisträgerin 1981,
im Hintergrund Karl Kahane.
Felix Ermacora  

 

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