BRUNO KREISKY PREIS
FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
 
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2007

13. VERLEIHUNG,
CAMINEUM, ÖSTERR. NATIONALBIBLIOTHEK,
FESTSAAL WIENER RATHAUS

 
 
Gao Zhisheng, China
ZARA, Österreich
Manfred Nowak, Österreich
Kofi Annan, UNO
Jovan Mirilo, Serbien
 
   
   

Bei der 13. Verleihung der Bruno Kreisky Preise für Verdienste um die Menschenrechte im Camineum der Österreichischen Nationalbibliothek wurden der chinesische Menschenrechtsanwalt Gao Zhisheng und die NGO ZARA, eine führende Kraft im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Österreich, geehrt. Die beiden nicht mit einem Geldpreis dotierten Ehrenpreise erhielten der österreichische UN-Sonderberichterstatter und Mitbegründer des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte, Universitätsprofessor Manfred Nowak, sowie der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan.

Die Laudatio auf die Preisträger hielten Beate Winkler, Direktorin der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte und Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich.

Ghao Zhisheng hat mit seiner Kanzlei immer wieder bedeutende Menschenrechtsfälle vor den chinesischen Behörden vertreten. Er wurde nach langen Behinderungen durch Polizei und Geheimdienst im August 2006 ohne Angabe von Gründen verschleppt, bevor einen Monat später offiziell seine Festnahme wegen des Verdachts der "Subversion" verkündet wurde. Ghao Zhisheng wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, die Freiheitsstrafe wurde aber für einen Zeitraum von fünf Jahren Bewährung ausgesetzt. Ihm war in Folge jegliche öffentliche Stellungnahme zu seinem Fall oder zur politischen Situation verboten worden. Der Preis konnte Ghao Zhisheng nicht übergeben werden. Im Februar 2009 wurde er neuerlich verhaftet und verschwand. Im März 2010 tauchte er überraschend wieder auf, verschwand aber neuerlich im April 2010.

Die Preisverleihung zu Ehren des ehemaligen Generalsekretärs der Vereinten Nationen Kofi Annan und des serbischen Menschenrechtsaktivisten Jovan Mirilo fand am 11. September 2007 im Wiener Rathaus statt. Die Präsidentin des Nationalrates Barbara Prammer und Wolfgang Petritsch, zu diesem Zeitpunkt UN-Botschafter der Republik Österreich in Genf, hielt die Laudatio.

Kofi Annan erhielt den Preis für seinen herausragenden Beitrag zur Verankerung der Menschenrechte im UN-System und zur Weit- erentwicklung des internationalen Schutzes der Menschenrechte. Viele seiner Initiativen, wie UN Global Compact und die UN Millennium Development Goals, wurden Meilensteine im jüngsten Kapitel der internationalen Menschenrechtsbewegung und sind nur zwei Beispiele für sein Engagement für die Menschenrechte.

Durch die Veröffentlichung des "Srebrenica Videos", in dem das Massaker von Srebrenica 1995 durch serbische Para-Militärs dokumentiert wurde, hat Jovan Mirilo eine wichtige Nachdenkphase und kontroverse Diskussionen innerhalb der serbischen Gesellschaft ausgelöst. Nachdem der internationale Gerichtshof in Den Haag und der Belgrader Sender B92 das Video ausgestrahlt hatten, musste Jovan Mirilo wegen der gegen ihn und seine Familie einsetzenden Gewalt und zahlreicher Morddrohungen aus Serbien fliehen.

   
   

 

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