BRUNO KREISKY PREIS
FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
 
PRESSESPIEGEL 15.Verleihung des Bruno Kreisky Preises 2013
     
 

APA Mo, 10.Jun 2013

Kreisky-Preisträgerin: Kampf für Frauenrechte "noch nicht gewonnen"

Durch Engagement von Kreisky-Menschenrechtspreisträgerin Gebre weibliche Genitalverstümmelung in Äthiopien kaum mehr
vorhanden

Wien (APA) - Die äthiopische Frauenrechtsaktivistin Bogaletch Gebre wird am heutigen Montagabend für ihren Einsatz im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung in ihrem Heimatland mit dem Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis geehrt. "Wir machen Fortschritte", sagte sie der APA im Hinblick auf die globale und die äthiopische Frauenrechtslage. "Aber den Kampf haben wir noch nicht gewonnen." Durch ihren Einsatz und die Arbeit ihrer Gruppe "Kembatti Mentti Gezzimma" (KMG) konnte die Zahl der Opfer von Genitalverstümmelung laut einer Studie des UNO-Kinderhilfswerk UNICEF aus dem Jahr 2008 beinahe auf null gesenkt werden.
Die Gruppe nahm ihre Arbeit im Jahr 2000 auf und setzte sich Bewusstseins- und Aufklärungsarbeit zu den Risiken des Eingriffs für die betroffenen Mädchen innerhalb von dörflichen und städtischen Gemeinschaften zu Ziel. "Wir begaben uns in lange Diskussions- und Reflexionsprozesse mit den Gruppen", erzählte Gebre. Wichtig sei bei der Arbeit, dass sowohl Männer als auch Frauen jeglichen Alters in den Prozess eingebunden seien. "Zusätzlich dazu hatten wir bei den Gesprächsrunden auch zwei Personen dabei, die grundlegende Fakten zum Thema lieferten. Etwa, dass weder in der Bibel noch im Koran etwas über Genitalbeschneidung steht, welche Risiken die Beschneidung für Mädchen birgt und dass schon viele daran gestorben sind." In Äthiopien sei die gängige Methode das Wegschneiden der Klitoris sowie der inneren und der äußeren Schamlippen gewesen.
"Wir haben einen wochenlangen Diskussionsprozess bei den Gruppen zugelassen, bis sie selbst zu dem Ergebnis kamen, dass man diese Praxis beenden müsse", erklärte Gebre. So habe einmal ein 14-jähriges Mädchen gesagt, dass ihre Eltern sie doch beschützten und um ihre Gesundheit bemüht seien. "Sie dürfen mir doch nichts zuleide tun", soll sie gesagt haben. "Wenn sie mich verletzen, dann ist das eine Kultur des Tötens." Laut Gebre sei Genitalbeschneidung jedoch weder eine äthiopische noch afrikanische Tradition. "Ich weiß nicht, woher das Phänomen kommt", sagte sie. Auf der Hand liege, dass es dazu diene, in einem patriarchalen System Frauen zu kontrollieren und gefügig zu machen, und sie ihrer sexuellen Lust zu berauben.
Es sei ein großes Missverständnis im sogenannten Westen, dass Mütter ihren Töchtern Leid zufügen wollten, kritisierte Gebre. "Keine Mutter der Welt möchte ihre Tochter verletzen. Sie denken bloß, es sei ihr Pflicht, oder dass ihre Religion, das von ihnen verlange", erklärte sie. Traditionell gelte die Beschneidung oft als Hochzeitsvorbereitung.
Bereits zwei Jahre nach Aufnahme der Tätigkeiten der Organisation konnte der erste große Erfolg verbucht werden: Ein junges Paar entschloss sich zu heiraten. "Sie war unbeschnitten und die beiden feierten ihre Hochzeit in aller Öffentlichkeit", schilderte Gebre erfreut. "Insgesamt waren 3.000 Gäste gekommen und die religiösen Führer segneten die Ehe vor den Augen aller ab." Daraufhin sei eine Art Wettbewerb in der Nachbarschaft entstanden: "Plötzlich wollte jeder eine unbeschnittene Frau heiraten", so die Preisträgerin.
"Ich weiß nicht, ob ich den Kampf gewonnen habe. Wir verbuchen Erfolge in den Gemeinschaften", sagte Gebre. "Aber es gibt zusätzlich zur Beschneidung zahlreiche Bereiche, in denen die Rechte der Frauen verletzt werden." Die Arbeit sei erst getan, wenn Frauen die gleichen Rechte und Freiheiten sowie den gleichen Wert wie Männer besitzen würden. "Ich hoffe, dass Gewalt gegen Frauen im Namen der Tradition eines Tages aufhört", sagte Gebre. Jede menschenrechtsverletzende Kultur sei ein System, dass im 21. Jahrhundert nicht mehr akzeptiert werden dürfe.
(Das Interview führte Mona El Khalaf/APA)


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APA0020 / 10.06 Mo, 10.Jun 2013

Kreisky-Menschenrechtspreis für in Syrien inhaftierten Journalisten

Syrer Mazen Darwish für Einsatz um Pressefreiheit, Äthiopierin Bogaletch Gebre in Kampf gegen Genitalverstümmelung und Österreicherin Cecily Corti für Engagement für Obdachlosegeehrt

Damaskus/Addis Abeba/Wien (APA) - Der Bruno-Kreisky-Preis für die Verdienste um die Menschenrechte geht heuer an den syrischen Journalisten und Aktivisten Mazen Darwish, der seit Februar 2012 vom Regime unter Präsident Bashar al-Assad in Haft gehalten wird. Darwish werde auf Vorschlag der internationalen Preiskommission geehrt, weil er sich für Pressefreiheit eingesetzt und auf das Verschwinden von Berichterstattern und Bloggern in seinem Heimatland aufmerksam gemacht habe, begründete die Kreisky-Stiftung ihre Wahl.
Darwish hat im Jahr 2004 das "Syrian Center for Media and Freedom of Expression" (SCM) gemeinsam mit anderen Aktivisten gegründet und laut Aussendung unter anderem über die Situation der politischen Gefangenen in seinem Heimatland berichtet. Aufgrund seines Engagements sei über Darwish bereits im Jahr 2007 ein Reiseverbot verhängt worden. Mehrmals habe man ihn inhaftiert, zuletzt im Februar 2012 mit der Stürmung der Büros seiner Organisation. Bis heute wurde er nicht entlassen. An seiner statt wird seine Ehefrau Yara Bader den Preis am Montagabend um 19:00 Uhr im Prunksaal der Nationalbibliothek in Wien entgegennehmen.
Ebenfalls geehrt wird die äthiopische Menschenrechtsaktivistin Bogaletch Gebre laut Kreisky-Stiftung für ihren unermüdlichen und erfolgreichen Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung in ihrem Heimatland. Gemeinsam mit ihrer Schwester hat sie die "Kembatti Mentti Gezzimma-Tope" (KGM) Gruppe gegründet, die sich in Äthipien bis heute für Frauenrechte und marginalisierte Gruppen einsetzt. Zusätzlich dazu setzt die KGM Frauengesundheits- und Bildungsprogramme um.
Als Dritte im Bunde erhält Cecily Corti, Obfrau der Vinzenzgemeinschaft St. Stephan und Mitbegründerin der Obdachlosen-Einrichtung VinziRast in Wien, die Auszeichnung. Die VinziRast in Wien-Meidling ist eine Notschlafstelle mit 48 Betten für Obdachlose, zusätzlich dazu wurden im Jahr 2008 das VinziRast-CortiHaus mit 16 Wohnungen und im Jahr 2011 eine Wohngemeinschaft für alkoholkranke Obdachlose eröffnet. Corti wurde bisher u.a. mit dem Goldenen Verdienstzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.
(S E R V I C E: SCM: http://scm.bz/?lang=en, KGM: http://kmg-ethiopia.org/, Vinzirast: http://www.vinzirast.at/)
(Schluss) elf/fat


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Wiener Zeitung, 22.05.2013, 20:20 Uhr
(http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/548119_Kreisky-Preise-an-Corti-Darwish-und-Gebre.html)

Kreisky-Preise an Corti, Darwish und Gebre

Der Bruno-Kreisky-Preis für die Verdienste um die Menschenrechte geht heuer an den syrischen Journalisten und Aktivisten Mazen Darwish, der seit Februar 2012 vom Regime von Bashar al-Assad in Haft gehalten wird. Darwish werde auf Vorschlag der internationalen Preiskommission geehrt, weil er sich für Pressefreiheit eingesetzt und auf das Verschwinden von Berichterstattern und Bloggern aufmerksam gemacht habe, teilte die Kreisky-Stiftung am Mittwoch mit.
Ebenfalls geehrt werden die äthiopische Menschenrechtsaktivistin Bogaletch Gebre und Cecily Corti, Mitgründerin der Obdachlosen-Einrichtung VinziRast in Wien. Der Preis wird am 10. Juni im Prunksaal der Nationalbibliothek in Wien verliehen.


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11.06.13 ÄthiopischeFrauenrechtsaktivistinGebreausgezeichnet- dieStandard.at› Politik
diestandard.at/1369363188974/Aethiopische-Frauenrechtsaktivistin-Bogaletch-Gebre-ausgezeichnet 1/2
© derStandard.at GmbH 2013

Äthiopische Frauenrechtsaktivistin Gebre ausgezeichnet

10. Juni 2013, 13:13
Ihre Aufklärungsarbeit hat dazu beigetragen, dass
sich die Zahl der beschnittenen Mädchen in Äthiopien stark verringerte
Wien - Die äthiopische Frauenrechtsaktivistin Bogaletch Gebre erhält den Bruno-KreiskyMenschenrechtspreis für ihre Arbeit gegen die Genitalbeschneidung in ihrem Heimatland. Durch ihren
Einsatz und die Arbeit ihrer Gruppe "Kembatti Mentti Gezzimma" (KMG) konnte die Zahl der neu
beschnittenen Mädchen laut einer Studie des UNO-Kinderhilfswerk UNICEF aus dem Jahr 2008 beinahe
auf null gesenkt werden. Montagabend findet die Preisverleihung in Wien statt.
Männer und Frauen in Diskussionsprozesse eingebunden
KMG wurde 1997 von Bogaletch Gebre und ihrer Schwester Fikrte gegründet. Die Arbeit gegen FGM
nahm die Gruppe im Jahr 2000 auf. Ihr Ansatz ist Bewusstseins- und Aufklärungsarbeit in den
jeweiligen Dörfern und Städten. Wichtig sei bei der Arbeit, dass sowohl Männer als auch Frauen
jeglichen Alters in den Prozess eingebunden werden. "Zusätzlich dazu hatten wir bei den
Gesprächsrunden auch zwei Personen dabei, die grundlegende Fakten zum Thema lieferten. Etwa,
dass weder in der Bibel noch im Koran etwas über Genitalbeschneidung steht, welche Risiken die
Beschneidung für Mädchen birgt und dass schon viele daran gestorben sind." In Äthiopien umfasste
die Umschneidung traditionell das Wegschneiden der Klitoris sowie der inneren und der äußeren
Schamlippen.
"Wir haben einen wochenlangen Diskussionsprozess bei den Gruppen zugelassen, bis sie selbst zu
dem Ergebnis kamen, dass man diese Praxis beenden müsse", erklärte Gebre. Laut Gebre sei
Genitalbeschneidung weder eine äthiopische noch afrikanische Tradition. "Ich weiß nicht, woher das
Phänomen kommt", sagte sie. Auf der Hand liege, dass es dazu diene, in einem patriarchalen System
Frauen zu kontrollieren und gefügig zu machen, und sie ihrer sexuellen Lust zu berauben.
Demonstrative Hochzeit
Bereits zwei Jahre nach Aufnahme der Tätigkeiten der Organisation konnte der erste große Erfolg
verbucht werden: Ein junges Paar entschloss sich zu heiraten. "Sie war unbeschnitten und die beiden
feierten ihre Hochzeit in aller Öffentlichkeit", schilderte Gebre erfreut. "Insgesamt waren 3.000 Gäste
gekommen und die religiösen Führer segneten die Ehe vor den Augen aller ab." Daraufhin sei eine Art
Wettbewerb in der Nachbarschaft entstanden: "Plötzlich wollte jeder eine unbeschnittene Frau
heiraten", so die Preisträgerin.
"Ich weiß nicht, ob ich den Kampf gewonnen habe. Wir verbuchen Erfolge in den Gemeinschaften",
sagte Gebre. "Aber es gibt zusätzlich zur Beschneidung zahlreiche Bereiche, in denen die Rechte der
Frauen verletzt werden." Die Arbeit sei erst getan, wenn Frauen die gleichen Rechte und Freiheiten
sowie den gleichen Wert wie Männer besitzen würden. "Ich hoffe, dass Gewalt gegen Frauen im Namen
der Tradition eines Tages aufhört", sagte Gebre. Jede menschenrechtsverletzende Kultur sei ein
System, dass im 21. Jahrhundert nicht mehr akzeptiert werden dürfe. (APA, 10.6.2013)
Link
Kembatti Mentti Gezzimma Ethiopia
dieStandard.at › Politik11.06.13 ÄthiopischeFrauenrechtsaktivistinGebreausgezeichnet- dieStandard.at› Politik
diestandard.at/1369363188974/Aethiopische-Frauenrechtsaktivistin-Bogaletch-Gebre-ausgezeichnet 2/2


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11.06.13 Kreisky-Preis für inSyrieninhaftiertenReporter > KleineZeitung
www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/3330700/kreisky-preis-fuer-syrien-inhaftierten-reporter.story 1/1
Zuletzt aktualisiert: 10.06.2013 um 07:26 Uhr

Kreisky-Preis für in Syrien inhaftierten Reporter

Der Bruno-Kreisky-Preis für die Verdienste um die Menschenrechte geht heuer an den
syrischen Journalisten und Aktivisten Mazen Darwish, der seit Februar 2012 vom Regime
unter Präsident Assad in Haft gehalten wird. Darwish werde geehrt, weil er sich für
Pressefreiheit eingesetzt und auf das Verschwinden von Berichterstattern in seinem
Heimatland aufmerksam gemacht habe, lautete die Begründung.
Darwish hat im Jahr 2004 das "Syrian Center for Media and Freedom of Expression" (SCM)
gemeinsam mit anderen Aktivisten gegründet und laut Aussendung unter anderem über die
Situation der politischen Gefangenen in seinem Heimatland berichtet. Aufgrund seines
Engagements sei über Darwish bereits im Jahr 2007 ein Reiseverbot verhängt worden.
Mehrmals habe man ihn inhaftiert, zuletzt im Februar 2012 mit der Stürmung der Büros
seiner Organisation. Bis heute wurde er nicht entlassen. An seiner statt wird seine Ehefrau
Yara Bader den Preis am Montagabend um 19:00 Uhr im Prunksaal der Nationalbibliothek in
Wien entgegennehmen.
Ebenfalls geehrt wird die äthiopische Menschenrechtsaktivistin Bogaletch Gebre laut
Kreisky-Stiftung für ihren unermüdlichen und erfolgreichen Kampf gegen weibliche
Genitalverstümmelung in ihrem Heimatland. Gemeinsam mit ihrer Schwester hat sie die
"Kembatti Mentti Gezzimma-Tope" (KGM) Gruppe gegründet, die sich in Äthipien bis heute
für Frauenrechte und marginalisierte Gruppen einsetzt. Zusätzlich dazu setzt die KGM
Frauengesundheits- und Bildungsprogramme um.
Als Dritte im Bunde erhält Cecily Corti, Obfrau der Vinzenzgemeinschaft St. Stephan und
Mitbegründerin der Obdachlosen-Einrichtung VinziRast in Wien, die Auszeichnung. Die
VinziRast in Wien-Meidling ist eine Notschlafstelle mit 48 Betten für Obdachlose, zusätzlich
dazu wurden im Jahr 2008 das VinziRast-CortiHaus mit 16 Wohnungen und im Jahr 2011
eine Wohngemeinschaft für alkoholkranke Obdachlose eröffnet. Corti wurde bisher u.a. mit
dem Goldenen Verdienstzeichen

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Aus The Daily Monitor - Addis Abéba - Saturday-Sunday June 29-30, 2013:

 

 
     
PRESSESPIEGEL 14.Verleihung des Bruno Kreisky Preises 2011
     
 

Kreisky-Preis für West Eastern Orchestra

Das "West Eastern Divan Orchestra" und drei Vereine, die Folter- und Kriegsüberlebende betreuen, haben am Freitagabend im Musikverein den Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte erhalten.

Rostiger Stacheldraht (Bild: Fotolia/C_M_D) Daniel Barenboim (Bild: DPA/Andreas Gebert)
Daniel Barenboim ist einer der Gründer des West Eastern Divan Orchestras.

"Die Musiker haben es verdient"
Dirigent Daniel Barenboim erhielt den Preis für die Gründung des West Eastern Divan Orchestras. Er hatte 1999 gemeinsam mit dem verstorbenen palästinensischen Literaturwissenschafter Edward Said ein Orchester mit jungen Musikern aus Israel, Palästina und verschiedenen Staaten des Nahen Ostens eingerichtet.

In seiner Dankesrede sagte Barenboim im Wiener Musikverein, eine Zwei-Staaten-Lösung in den Grenzen von 1967 sei für den Nahen Osten das einzig denkbare: "Die Politik der vergangenen Jahre hat aber zu nichts als mehr Hass geführt." Auf den Preis blickend müsse er klar sagen: "Ich habe es nicht verdient, aber die Musiker des Orchesters haben es verdient."

Das West Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim (Bild: Luis Castilla)
Seit 2002 ist das Orchester in Sevilla beheimatet.

Ein Konzept für die Weltkultur
Die Gründung des Orchesters erfolgte auf Einladung des Kunstfestes Weimar. Zunächst wurde in einem Workshop für junge Musiker ein interkultureller Dialog möglich gemacht. Dabei sollte die Erfahrung einer Zusammenarbeit auf gemeinsamer Grundlage unterstützt werden.
Barenboim und Said benannten das Orchester und den Workshop nach Johann Wolfgang von Goethes Gedichtsammlung "West-Östlicher Divan", einem zentralen Werk für die Entwicklung eines Konzeptes der Weltkultur. Die ersten Auftritte des Orchesters erfolgten in Weimar und Chicago. Im Jahr 2002 übersiedelte
nach Sevilla, wo es sich dauerhaft niederließ.

Viel zu tun - auch in Österreich
Neben dem Orchester wurden auch drei Vereine ausgezeichnet, die sich um Überlebende von Folter und Krieg kümmern: das psychosoziale Zentrum ESRA sowie die Vereine ASPIS und HEMAYAT. Laudator Andre Heller freute sich, dass Menschen geehrt werden, die "Orientierung in Dämonenirrgärten, Angstauflösungen und vieles mehr anbieten".

Laudator Andre Heller (Bild: APA/Michael Bigus)
Hilfe in der "Orientierung in Dämonenirrgärten".

Stiftungsgeschäftsführer Oliver Rathkolb sagte, man solle nicht glauben, "dass wir auch in Österreich nicht genug zu tun hätten, um die Menschenrechte durchzusetzen". Maria Lind von ASPIS beschrieb, dass in Kärnten kein Cent an Subventionen zu erhalten sei: "Und heute werden wir genau für diese Arbeit ausgezeichnet - das macht uns stolz."

ASPIS, eine unabhängige Einrichtung an der Universität Klagenfurt, widmet sich der psychothereapeutischen und psychosozialen Hilfe für traumatisierte Menschen. Besonderes Augenmerk gilt heutigen Folteropfern und Überlebenden des Naziterrors.

(v.l.) David Vyssoki, Gerda Netopil, Elinor Haber und Peter Schwarz vom psychosozialen Zentrum ESRA (Bild: APA/Eiselt-Kommunikation)
Hilfe für traumatisierte Opfer.

Langjähriges Engagement für Menschen
Das psychosoziale Zentrum ESRA wurde für die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber den Überlebenden der NS-Verfolgung gewürdigt. Seit 17 Jahren beraten, begleiten und behandeln die Mitarbeiter kostenlos traumatisierte Menschen. Zudem bietet ESRA Hilfe für Überlebende der NS-Verfolgung und deren Nachkommen sowie jüdischen Migranten und deren Familien.

HEMAYAT wurde 1955 in Wien gegründet. Übersetzt bedeutet der Name des Vereins Betreuung und Schutz. Mittlerweile hat sich der Verein als Zentrum für medizinische, psychologische und psychotherapeutische Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden etabliert.

Zum ersten Mal 1979 vergeben
Der Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte wird in unregelmäßigen Abständen von einer Stiftung vergeben. Diese wurde aus Anlass des 65. Geburtstages von Bruno Kreisky im Jahr 1976 ins Leben gerufen und mit 700.000 Euro dotiert.

Bruno Kreisky auf einem Foto aus dem Jahr 1988 (Bild: APA/Robert Jäger) 
Preis zum 65. Geburtstag Bruno Kreiskys begründet.

Zum ersten Mal wurde der Preis im Jahr 1979 vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen zum Beispiel Nelson Mandela, Benazir Bhutto und der frühere Wiener Erzbischof Kardinal Franz König.

http://wien.orf.at/stories/516936/

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Im Gespräch *

Donnerstag
19. Mai 2011
21:00
"Denn Sie töten den Geist nicht, Ihr Brüder und Schwestern".
Dr. Barbara Preitler - "Hemayat", eine der Preisträger/innen des Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreises 2011 im Gespräch mit Michael Kerbler
Das Betreuungszentrum für Folter- und Kriegsüberlebende, Hemayat, erhält in diesem Jahr gemeinsam mit der Kärntner Flüchtlingshilfe-Organisation ASPIS, dem psychosozialen Zentrum ESRA sowie dem von Daniel Barenboim gegründeten West-Eastern Divan Orchestra den Bruno Kreisky Menschenrechtspreis . Übrigens: Das Wort "Hemayat" stammt aus dem arabischen Sprachraum und bedeutet "Betreuung" und "Schutz".

Barbara Preitler

im Gespräch mit Michael Kerbler

Flüchtlinge in einem Polizeianhaltelager in Wien
Flüchtlinge in einem Polizeianhaltelager in Wien

Die Idee, einen "Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte" zu stiften, entstand vor dem 65. Geburtstag des ehemaligen Bundeskanzlers. Damals verzichtete Bruno Kreisky auf Geschenke. Ein Grund für den damaligen Wiener Bürgermeister Leopold Gratz und den Präsidenten des ÖGB, Anton Benya, eine Stiftung und einen Menschenrechtspreis anzuregen, die den Namen Kreiskys tragen sollten.

Damals - Mitte der 1970er Jahre - standen vor allem Menschenrechtsverletzungen in den Diktaturen Mittel- und Südamerikas, die Unterdrückung der Bürger- und Freiheitsrechte in den kommunistischen Staaten sowie im Apartheid-System im südlichen Afrika im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Es überraschte daher nicht, dass sich unter den ersten Preisträgern sowohl prominente Persönlichkeiten wie auch Organisationen befanden, die sich für politische Gefangene und gegen politisch motivierte Verfolgung engagierten. Kardinal Raúl Silva Henríquez aus Chile, Issam Sartawi aus Palästina, Arie Lova Eliav aus Israel und der Erzbischof Miguel Obando y Bravo aus Nicaragua zählten neben Amnesty International und anderen zu den ersten Preisträgern.

Dass Bruno Kreisky sich für politisch Verfolgte einsetzte, wurzelt auch in seiner Biografie. Er wurde sowohl vom Dollfuß-Regime 1935 für 15 Monate als auch von den Nationalsozialisten 1938 weitere fünf Monate eingekerkert und schließlich in das Exil nach Schweden getrieben, von wo er erst 1951 zurückkehrte.

Unter den diesjährigen Preisträgern befinden sich Personen und Organisationen, die sich um die Betreuung von Flüchtlingen verdient gemacht haben. In seiner letzten Laudatio, die Bruno Kreisky 1986 den Preisträgern nur mehr schriftlich übermitteln konnte, heißt es an die Adresse der Unterdrücker gerichtet: "Wer ein relativ langes Leben hinter sich hat und viele Höhen und Tiefen durchmessen konnte, weiß, dass immer wieder der geknebelte Geist sich erhebt. Lassen sie mich schließen mit dem Wort der Verheißung, das viele von uns ein Leben lang beseelte: Denn Sie töten den Geist nicht, Ihr Brüder und Schwestern."
 
http://oe1.orf.at/programm/274927
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Von Tag zu Tag *

Freitag
20. Mai 2011
14:05
"Über den Umgang mit Trauma-Opfern". Gast: Klaus Ottomeyer. Moderation: Rainer Rosenberg. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79
Zu Gast bei Rainer Rosenberg ist Klaus Ottomeyer, Professor für Sozialpsychologie in Klagenfurt und Vorstand des unabhängigen Forschungs- und Beratungszentrums für Trauma-Opfer "Aspis".

Er nimmt für Aspis am Abend im Wiener Musikverein - gemeinsam mit vier weiteren Preisträgern - den Bruno Kreisky Preis für Verdienste um die Menschenrechte entgegen.

Im Umgang mit traumatisierten Menschen, sagt der Sozialpsychologe, messen wir mit zweierlei Maß: Opfer von Missbrauch und familiärer Gewalt, aber auch von Großereignissen wie Naturkatastrophen, werden in Europa professionell und umfassend therapeutisch unterstützt, sofern sie dies wollen.

Die oft schwer traumatisierten Flüchtlinge und politisch Verfolgten würden dagegen grob vernachlässigt, und nicht selten sogar erneut traumatisiert.

In einem neuen Buch formuliert Klaus Ottomeyer therapeutische und zwischenmenschliche Standards für den Umgang mit Traumatisierten, unabhängig von Ort und Art ihrer Traumatisierung.

http://oe1.orf.at/programm/275015


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Bruno-Kreisky-Preis an Daniel Barenboim

Ein Brückenbauer für den Nahen Osten
Kaum hat sich Präsident Obama in Washington für einen Palästinenserstaat und die Festlegung der Grenzlinien von 1967 ausgesprochen, was der der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu prompt zurückgewiesen hat, wird einer der renommiertesten Künstler des internationalen Konzertbetriebs für seine Bemühungen um Frieden im Nahostkonflikt geehrt: Daniel Barenboim.

Mittagsjournal, 20.05.2011

(Susanna Dal Monte)
Barenboim setzt sich wie kaum ein anderer Künstler für den Frieden im Nahostkonflikt ein, hat in den Palästinensergebieten Konzerte gegeben, das West-Eastern Divan Orchestra aus jungen israelischen und arabischen Musikern gegründet und sich in Israel für die dort heftig umstrittene Aufführung von Werken Richard Wagners eingesetzt.

Er gastiert nicht nur Freitagabend im Wiener Musikverein, sondern wird auch mit dem Bruno-Kreisky-Preis für die Verdienste um die Menschenrechte geehrt.

Kritik an Israels Politik

Barenboim zeigt sich zu Beginn des Gesprächs entsetzt, dass der israelische Premier die Obama-Rede postwenden zurückgewiesen hat, ohne sie zunächst gründlich zu analysieren. Netanyahu schade damit nicht nur Palästinensern sondern auch Israelis. In Israel mangle es generell an Analysefähigkeit "und ich als Jude kann das sagen".

Wenn es um den nahen Osten geht wird Daniel Barenboim emotional: Er will nicht auf den Frieden warten, sondern auf ihn zugehen und das seit Jahren.
In Buenos Aires geboren, von russischer, argentinischer, spanischer und israelischer Abstammung, ist er wohl der einzige Israeli, der seit 2007 auch die palästinensischer Staatsangehörigkeit inne hat.

Was er fordert, ist mehr internationalen Druck gegen die Gazablockade , denn nur eine Öffnung des Gaza-Streifens werde den Weg für eine Verständigung freimachen, meint Barenboim. Aber die Zeichen stehen wieder einmal schlecht. Barenboim kritisiert in dem Zusammenhang vor allem den jüngsten Siedlungsbau: "Netanyahu lacht sich kaputt über Obama".

Labor für alternatives Denken

Mit dem West Eastern Divan Jugendorchester, das er gemeinsam mit dem in Palästina geborenen Literaturwissenschaftler Edward Said gründete und das aus arabischen und israelischen Musikern zusammengesetzt ist, versucht Barenboim im kleinen Toleranz zu lehren: "Brücken können nur von Menschen gebaut werden, nicht von Politikern".

Er baut Brücken und wird dafür in aller Welt ausgezeichnet. In Wien erhält er für sein Engagement um die Versöhnung im Nahost-Konflikt den Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis, der 1976 anlässlich des 65. Geburtstags des damaligen österreichischen Bundeskanzlers ins Leben gerufen wurde, mit 700 000 Euro dotiert ist und in unregelmäßigen Abständen von einer Stiftung vergeben wird.

Das West Eastern Divan Orchester unter der Leitung von Daniel Barenboim ist heute im Wiener musikverein zu hören.

Weitere Preisträger

Die weiteren Preisträger sind das psychosoziale Zentrum Esra, der Verein Aspis und der Verein Hemayat.

Das psychosoziale Zentrum Esra wird für die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber den Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung gewürdigt.

Aspis, eine unabhängige Einrichtung an der Universität Klagenfurt, hat sich ebenfalls psychotherapeutische und psychosoziale Hilfe für traumatisierte Menschen, insbesondere für Folteropfer und Überlebende des Nazi-Terrors an die Fahnen geheftet.

Der Verein Hemayat, 1995 in Wien gegründet, hat sich als Zentrum für medizinische, psychologische und psychotherapeutische Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden etabliert. "Hemayat" stammt aus dem arabischen Sprachraum und bedeutet "Betreuung" und "Schutz".

Textfassung: Joseph Schimmer
20.05.2011
http://oe1.orf.at/artikel/277424

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Kreisky-Preis für Barenboim und Opfer-Vereine

19. Mai 2011 | 08:20 | wien | |
http://www.salzburg.com/
SALZBURGER NACHRICHTEN

Drei Vereine, die sich der Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden widmen sowie der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim mit seinem West-Eastern Divan Orchestra werden heuer mit dem Bruno-Kreisky-Preis für die Verdienste um die Menschenrechte geehrt.
Die weiteren Preisträger sind das psychosoziale Zentrum ESRA, der Verein ASPIS und der Verein HEMAYAT.

Die Preise werden am Freitag im Wiener Musikverein übergeben. Der weltweit bekannte Pianist und Dirigent Daniel Barenboim erhält den Bruno Kreisky Preis für sein Engagement um die Versöhnung im Nahost-Konflikt. Barenboim gründete deshalb gemeinsam mit dem in Palästina geborenen Literaturwissenschaftler Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra, bestehend aus jungen israelischen und arabischen Musikern.
Das psychosoziale Zentrum ESRA wird für die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber den Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung gewürdigt. Das Zentrum konnte in den vergangenen 17 Jahren traumatisierte Menschen beraten, begleiten und kostenlos behandeln.
ASPIS, eine unabhängige Einrichtung an der Universität Klagenfurt, hat sich ebenfalls psychotherapeutische und psychosoziale Hilfe für traumatisierte Menschen, insbesondere für Folteropfer und Überlebende des Nazi-Terrors an die Fahnen geheftet.
Der Verein HEMAYAT, 1995 in Wien gegründet, hat sich als Zentrum für medizinische, psychologische und psychotherapeutische Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden etabliert. „Hemayat“ stammt aus dem arabischen Sprachraum und bedeutet „Betreuung“ und „Schutz“.
Der Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte wird in unregelmäßigen Abständen von einer Stiftung vergeben, die anlässlich des 65. Geburtstags des damaligen österreichischen Bundeskanzlers im Jahr 1976 ins Leben gerufen und mit 700.000 Euro dotiert wurde.

© SN/SW

http://www.salzburg.com/nwas/?article=DMappe%2Fzdd8b*4wkjgpb8pdii*9c&img=&text=DText%2F-cx9n53%24-bn0r62hf23ksga&mode=&section=&channel=homepage&sort=%3Cp%3E

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Aspis: Preis für Betreuung von Kriegsopfern

Der Kärntner Verein Aspis ist einer der Preisträger des mit insgesamt 700.000 Euro dotierten Bruno-Kreisky-
Menschenrechtspreises.
Aspis hat sich auf die Hilfe für Folteropfer und traumatisierte Menschen spezialisiert.

Mehrere Vereine ausgezeichnet

Der Preis für Verdienste um die Menschenrechte wurde am Freitagabend im Wiener Musikverein an das "West Eastern Divan Orchestra" vergeben. Das Orchester besteht aus jungen israelischen und arabischen Musikern und steht für ein Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsteile im Nahen Osten.
Neben Aspis erhielten auch das psychosoziale Zentrum Esra und der Verein Hemayat Auszeichnungen für die Betreuung von
 Folter- und Kriegsüberlebenden.

Der Bruno-Kreisky-Preis

Der Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte wird in unregelmäßigen Abständen von einer Stiftung
vergeben, die anlässlich des 65. Geburtstags des damaligen österreichischen Bundeskanzlers im Jahr 1976 ins Leben gerufen
und mit 700.000 Euro dotiert wurde.

Der langjährige SPÖ-Chef und Regierungschef hat selbst unter Menschenrechtsverletzungen gelitten. Er war vom austrofaschistischen Regime im Jahr 1935 für 15 Monate und von den Nazis im Jahr 1938 für fünf Monate inhaftiert worden.
Zudem wurde er ins Exil nach Schweden getrieben, aus dem er erst 1951 zurückkehrte.

Aspis betreut Flüchtlinge aus Tschetschenien

Aspis, eine unabhängige Einrichtung an der Universität Klagenfurt, leistet psychotherapeutische und psychosoziale Hilfe für traumatisierte Menschen. Insbesondere sind das heutige Folteropfer sowie Überlebende des Naziterrors. Aspis betreut in
Kärnten vor allem Flüchtlinge aus Tschetschenien.

Man erhalte in Kärnten keinen Cent Subvention und werden nicht selten beschimpft, bedauerte Maria Lind von Aspis in ihrer Dankesrede: "Und heute werden wir genau für diese Arbeit ausgezeichnet - das macht uns stolz."

 

kaernten.ORF.at; 16.6.10
In Kärnten gibt es immer mehr Asylwerber aus Tschetschenien, Vorfälle häufen sich. Der Verein ASPIS kümmert sich um
viele Traumatisierte. Aggressionen kommen oft auch aus alten Traditionen und dem strengen Ehrenkodex.

d  Verein kümmert sich um Tschetschenen

http://kaernten.orf.at/stories/516905/, 20.06.2011

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© dpa
Geehrt mit dem Bruno-Kreisky-Preis: Dirigent Daniel Barenboim.

Daniel Barenboim erhält Kreisky-Preis

News vom Donnerstag, 19.05.2011

Der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim wird mit dem Bruno-Kreisky-Preis für die Verdienste um die Menschenrechte geehrt. Barenboim erhält die Auszeichnung für sein Engagement um die Versöhnung im Nahost-Konflikt.

Gemeinsam mit dem in Palästina geborenen Literaturwissenschaftler Edward Said gründete Barenboim das West-Eastern Divan Orchestra, bestehend aus jungen israelischen und arabischen Musikern. Barenboim selbst wurde 1942 in Buenos Aires, in einer vor den Pogromen im zaristischen Russland geflohenen jüdischen Familie geboren. Ferner werden drei Vereine geehrt, die sich der Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden widmen.


Der Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte wird in unregelmäßigen Abständen von einer Stiftung vergeben, die anlässlich des 65. Geburtstags des damaligen österreichischen Bundeskanzlers im Jahr 1976 ins Leben gerufen und mit 700.000 Euro dotiert wurde. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Nelson Mandela (Südafrika), Luiz Inacio Lula da Silva (Brasilien), der nigerianische Umweltaktivist Ken Saro-Wiwa sowie der israelische Publizist und Friedensaktivist Uri Avnery.

http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/news/154374/index.html
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Bruno-Kreisky-Preis - Prammer betont Stellenwert politischer Bildung im Kampf für Menschenrechte
Utl.: Verleihung des 14. Bruno-Kreisky-Preises für Verdienste um die Menschenrechte an ASPIS, ESRA, HEMAYAT, West-Eastern Divan Orchestra und Maestro Daniel Barenboim =


Wien (OTS/SK) - Nationalratspräsidentin Barbara Prammer betonte bei der Verleihung des 14. Bruno Kreisky Preises für Verdienste um die Menschenrechte am Freitagabend den Stellenwert politischer Bildung im Kampf für Menschenrechte. "Mittlerweile wünschen sich in Österreich 20 Prozent statt der Demokratie einen starken Führer", warnte Prammer bezugnehmend auf eine Studie und betonte den Wert von Toleranz und der Notwendigkeit von Wissen darüber, wozu Intoleranz und Hetze führen können. Die ausgezeichneten Organisationen hätten, so Prammer, mit ihrer Arbeit zu einem harmonischen Miteinander beigetragen und starke Zeichen für Toleranz und Frieden gesetzt.

Die Nationalratspräsidentin lobte "das Leitmotiv der Grenzüberschreitung nationaler Konfliktlinien mit Mitteln der gegenseitigen kulturellen Auseinandersetzung und Akzeptanz", das beim West-Eastern Divan Orchestra und Maestro Daniel Barenboim seit der gemeinsamen Gründung mit dem bereits verstorbenen Literaturwissenschafter Edward Said im Mittelpunkt stehe. "Der von musikalischer Exzellenz geprägte Klangkörper des West-Eastern Divan Orchestra bringt junge Musikerinnen und Musiker aus Ägypten, Israel, Jordanien, Syrien, Tunesien und Andalusien zusammen", so Prammer. Damit werde ein Beitrag zur gemeinsamen Wertschätzung und Anerkennung geleistet und der Dialog gefördert. Das Projekt stehe damit in der besten Tradition Bruno Kreiskys, der immer wieder bestrebt war, mittels Initiativen zu direkten Gesprächen Frieden in den Nahen Osten zu bringen.

Die ebenfalls ausgezeichnete Einrichtung "ASPIS" ist eine unabhängige Stelle an der Universität Klagenfurt, die Hilfe für durch Gewalterfahrung traumatisierte Menschen bietet, insbesondere für Überlebende und Folteropfer des Nazi-Terrors aber auch für jüngere Vertriebene. Die Preisträger betonten die Wichtigkeit, "gegen Rechtsradikalismus, gegen Rassismus und Intoleranz anzukämpfen" und thematisierten ihre schwierige Situation in Kärnten, wo sie auch keine Subventionen bekämen. Zudem warnten sie vor der Ausbreitung rechtsextremer Parteien in Europa.

Der Verein ESRA bietet Überlebenden der NS-Verfolgung und deren Nachkommen umfassende Hilfe an und unterstützt jüdische Migranten, die in den letzten Jahrzehnten nach Österreich zugewandert sind bei ihrem Integrationsprozess. Es wurden über 1.500 Menschen behandelt, die den Holocaust überlebt haben und noch immer an den Spätfolgen der Shoah leiden. "Traumatisierte brauchen gesellschaftliche Anerkennung und Akzeptanz", so David Vyssoki von ESRA. Diese Anerkennung musste erst erkämpft werden.

HEMAYAT hat sich in Wien als Zentrum für medizinische, psychologische und psychotherapeutische Betreuung von Folteropfern und Kriegsüberlebenden etabliert. Der Verein versucht Flüchtlinge in ihrem Exilland wieder aufzubauen. Oft komme es zu furchtbaren Abschiebungen, da Traumatisierten die Erinnerung an erlebtes schwer fällt und den Betroffenen im Asylverfahren nicht geglaubt werde, so Friedrun Huemer, die als Vertreterin des Vereins sprach. (Schluss) pep/sv

Rückfragehinweis:    SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,     Tel.: 01/53427-275    http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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OTS0029    2011-05-21/12:08 

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Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis an Daniel Barenboim

Für sein Engagement um Versöhnung im Nahost-Konflikt wurde der Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte am 20. Mai im Wiener Musikverein an Pianist und Dirigent Daniel Barenboim und das von ihm und dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said gegründete West-Eastern Divan Orchestra verliehen, das aus jungen israelischen und palästinensischen Musikern besteht. Ferner werden die drei Hilfsorganisationen ASPIS, ESRA und HEMAYAT geehrt, die sich der Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden widmen.
Der mit 700 000 Euro dotierte Preis wurde 1976 anlässlich des 65. Geburtstags des damaligen österreichischen Bundeskanzlers ins Leben gerufen und wird in unregelmäßigen Abständen von einer Stiftung vergeben. Die Laudatio auf Maestro Barenboim hielt die Präsidentin des Nationalrats, Barbara Prammer, zu den Hilfsorganisationen sprach der Künstler André Heller.

http://www.bka.gv.at/site/infodate__23.05.2011/7455/default.aspx?wai=true#id43665

Bundeskanzleramt Österreich, Montag, 23.Mai 2011

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19.05.2011 um 08:22 Uhr

Kreisky-Preis für Barenboim und Opfer-Vereine

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Foto © APA

Drei Vereine, die sich der Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden widmen sowie der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim mit seinem West-Eastern Divan Orchestra werden heuer mit dem Bruno-Kreisky-Preis für die Verdienste um die Menschenrechte geehrt. Die weiteren Preisträger sind das psychosoziale Zentrum ESRA, der Verein ASPIS und der Verein HEMAYAT.

Die Preise werden am Freitag im Wiener Musikverein übergeben. Der weltweit bekannte Pianist und Dirigent Daniel Barenboim erhält den Bruno Kreisky Preis für sein Engagement um die Versöhnung im Nahost-Konflikt. Barenboim gründete deshalb gemeinsam mit dem in Palästina geborenen Literaturwissenschaftler Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra, bestehend aus jungen israelischen und arabischen Musikern.
Das psychosoziale Zentrum ESRA wird für die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber den Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung gewürdigt. Das Zentrum konnte in den vergangenen 17 Jahren traumatisierte Menschen beraten, begleiten und kostenlos behandeln.
ASPIS, eine unabhängige Einrichtung an der Universität Klagenfurt, hat sich ebenfalls psychotherapeutische und psychosoziale Hilfe für traumatisierte Menschen, insbesondere für Folteropfer und Überlebende des Nazi-Terrors an die Fahnen geheftet.
Der Verein HEMAYAT, 1995 in Wien gegründet, hat sich als Zentrum für medizinische, psychologische und psychotherapeutische Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden etabliert. "Hemayat" stammt aus dem arabischen Sprachraum und bedeutet "Betreuung" und "Schutz".

Der Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte wird in unregelmäßigen Abständen von einer Stiftung vergeben, die anlässlich des 65. Geburtstags des damaligen österreichischen Bundeskanzlers im Jahr 1976 ins Leben gerufen und mit 700.000 Euro dotiert wurde.

Quelle: APA
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2746418/kreisky-preis-fuer-barenboim-opfer-vereine.story


 
     
 
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