KUNSTAUKTION ZU GUNSTEN DER
BRUNO KREISKY STIFTUNG
FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
 
Vorwort Oliver Rathkolb Die KünstlerInnen
      Eduard Angeli
Angela Aschauer
Peter Atanasov
Joannis Avramidis
Eva Bodnár
Josef Bramer
Brigitte Bruckner-Mikl
Malgorzata Bujnicka
Götz Bury
Waltraud Cooper
Georgia Creimer
Gunter Damisch
Christian Eisenberger
Martin Eiter
Lorenz Estermann
Karin Frank
Gertrude Fröhlich
Ernst Fuchs
Ilse Gewolf
Joanna Gleich
Anselm Glück
Wolfgang Herzig
Lore Heuermann
Karl Hikade
Oskar Höfinger
Hans Hollein
Rudolf Hradil †
Hermann Juritsch
Dieter Kleinpeter
Jutta Koether
Cornelius Kolig
Richard Kriesche
Elke Krystufek
Hans Kupelwieser
Marie-Louise Lepschick
Peter Marquant
Valentin Oman
Christine de Pauli
Gustav Peichl (IRONIMUS)
Markus Prachensky
Katharina Prantl
Rikki Reinwein
Kurt Ryslavy
Günter Schimunek
Walter Schmögner
Bettina Semmer
Gunter Skreiner
Veronika Smejkal
Hans Staudacher
Hubert Stocker-Reicher
Hartmut Urban †
VALIE EXPORT
Ingrid Wald
Peter Weibel
Franz Weiss
Ernst Zdrahal
 

Zu seinem 65. Geburtstag im Jahre 1975 bat Bruno Kreisky, auf Geschenke zu verzichten. Ein Kreis von FreundInnen und MitarbeiterInnenn um den damaligen Wiener Bürgermeister Leopold Gratz und den Präsidenten des ÖGB, Anton Benya, entwickelte die Idee einer Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte, die den Namen Kreiskys tragen sollte. Zu dieser Zeit war die österreichische Wahrnehmung der internationalen Menschenrechtsproblematik von den Verbrechen diktatorischer Regime in Mittel- und Südamerika, der Unterdrückung im kommunistischen Block und dem Apartheid-System im südlichen Afrika bestimmt.

Bruno Kreisky selbst wurde sowohl durch das Schuschnigg-Regime 1935 für 15 Monate, als auch von den Nationalsozialisten 1938 für weitere fünf Monate eingekerkert und schließlich in das Exil nach Schweden getrieben, von wo er erst 1951 zurückkehrte. Diese Erfahrungen hatten sein politisches Leben, insbesondere auch gegenüber diktatorischen Regimen, Menschenrechtsverletzungen und Asylsuchenden bestimmt. Immer wieder hat Kreisky auch selbst auf diese Prägungen hingewiesen, die in seinen politischen Einstellungen zu den großen Fragen der Zeit eine wichtige Rolle spielten, so im Ost-West Konflikt und der Détente, der Entwicklungspolitik, aber auch bei seinem ständigen Einsatz für einzelne MenschenrechtsaktivistInnen, etwa DissidentInnen in Osteuropa oder Opfern von Verfolgung und Folter in Lateinamerika.

So hat er diese Leitlinie seiner politischen Ziele in Menschenrechtsfragen 1973 bei der Tagung des internationalen Rates von Amnesty International auf den Punkt gebracht: "Im Bewußtsein der Verantwortung, die ich habe, und zwar in ihrem umfassensten Sinn, bin ich zu der Auffassung gelangt, es sei notwendig, ohne Gehässigkeit und ohne Absicht, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen."

Seit 1979 hat die Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte insgesamt 13 Preisverleihungen vorgenommen. Seit der Stiftungsgründung erhielten auf Vorschlag der unabhängigen und internationalen Jury bei den bisherigen Preisverleihungen über 90 Personen und Gruppen Auszeichnungen und Geldpreise. Bisherige ausländische PreisträgerInnen waren u.a. Nelson Mandela (1981, Südafrika), Luis Ignácio da Silva (1984, Brasilien), Sumaya Farhat-Naser (1995, Palästina), Ken Saro-Wiwa (1995, Nigeria), Emily Lau (1997, Hongkong), Radhika Coomaraswamy (2000, Sri Lanka), Amira Hass (2002, Tel Aviv/Ramallah) und Andrei Sannikov (Belarus) im Jahre 2005 sowie Kofi Annan (UN) und Gao Zhisheng (China) 2007.

Inländische PreisträgerInnen waren u.a. Jean und Dr. Hildegard Goss-Mayer (1979), Rosa Jochmann und Felix Ermacora (1981), Pater Georg Sporschill (1993), Otto Tausig (1997), Ute Bock (2002), RA Nadja Lorenz und Georg Bürstmayr, Kardinal König (2005) sowie ZARA und Manfred Nowak 2007.

Während Bruno Kreisky auf die Gründung der Stiftung keinen Einfluß nahm, spiegelt die Zusammensetzung der ersten internationalen und unabhängigen Jury sehr wohl Aspekte des internationalen Netzwerkes des Staatsmannes Kreisky wieder. Neben internationalen Persönlichkeiten; wie der deutschen Publizistin und Widerstandskämpferin Marion Gräfin Dönhoff, den Staatsmännern Willy Brandt, Olof Palme, Roland Dumas und Karl Schwarzenberg; gehörten insbesondere österreichische Sozialexperten wie Professor Herwig Büchele, SJ, der Jury an. Damit unterstrich die Stiftung ihre Bereitschaft, auch besondere Verdienste im Bereich der Verteidigung und Förderung wirtschaftlicher und sozialer Menschenrechte zu unterstützen.

Die Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte zeichnet national und international Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen, die sich besondere menschenrechtliche Verdienste erworben haben, sowie Projekte von besonderer menschenrechtlicher Bedeutung aus. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.

Die PreisträgerInnen werden von der unabhängigen, internationalen Jury und dem Kuratorium bestimmt.

Bruno Kreisky selbst schrieb 1988 über seine Einschätzung dieser Menschenrechtsstiftung:

"Die Gründung dieser Stiftung durch viele Institutionen des öffentlichen Lebens - ohne Unterschied der wirtschaftlichen Ziele -, hat mir seinerzeit echte Befriedigung bereitet. (...) Es ist mir aber ein inneres Bedürfnis, bei dieser Gelegenheit zu sagen, wie sehr ich mich den Zielen der Stiftung, die in so hochherziger Weise auch heuer wieder gefördert werden, verbunden fühle. Sie lassen es mir notwendig erscheinen, gerade aus diesem Anlaß ein kurzes Wort der Zuversicht zu sagen. Wer ein relativ langes Leben hinter sich hat und viele Höhen und Tiefen durchmessen konnte, weiß, daß immer wieder der geknebelte Geist sich erhebt. Lassen Sie mich diese kurze Botschaft schließen mit dem Wort der großen Verheißung, das viele von uns ein Leben lang beseelte: 'Denn Sie töten den Geist nicht, Ihr Brüder und Schwestern'!"

Heuer führt die Stiftung zum 4. Mal eine Auktion von Kunstwerken durch, die von österreichischen Künstlerinnen und Künstlern zur Verfügung gestellt wurden. Ich möchte mich namens der Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte sehr herzlich für diese großzügige Unterstützung bedanken. Erstmals möchten wir auch in einem Katalog diese Kunstauktion mit hochwertiger Gegenwartskunst dokumentieren. Die bewährte Zusammenarbeit mit dem Auktionator Otto Hans Ressler ist ein zentraler Bestandteil für den Erfolg der Versteigerung, ebenso wie die großzügige Unterstützung der BAWAG-PSK und von Monika Wenzl-Bachmayer vom WAGNER:WERK in dem von Otto Wagner entworfenen Großen Kassensaal der Österreichischen Postsparkasse.

Univ.-Prof. DDr. Oliver Rathkolb, Bruno Kreisky Stiftung
Wien, im November 2010