KUNSTAUKTION ZU GUNSTEN DER
BRUNO KREISKY STIFTUNG
FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
 
Der Ort Die KünstlerInnen
      Eduard Angeli
Erwin Bohatsch
Herbert Brandl
Ruth Brauer-Kvam
Günther Brus
Malgorzata Bujnicka
Karin Christof
Waltraut Cooper
Georgia Creimer
Gunter Damisch
Christine de Pauli
Georg Eisler
Valie Export
Hubert Fischlhammer
Paul Flora
Karin Frank
Joanna Gleich
Xenia Hausner
Wolfgang Herzig
Lore Heuermann
Christine & Irene Hohenbüchler
Giselbert Hoke
Johanna Kandl
Angelika Kaufmann
Dieter Kleinpeter
Alfred Klinkan
Peter Kogler
Cornelius Kolig
Sonja Lixl
Oswald Oberhuber
Valentin Oman
Florentina Pakosta
Markus Prachensky
Katharina Prantl
Drago Prelog
Arnulf Rainer
Franz Ringel
Birgit Sauer
Roman Scheidl
Eva Schlegel
Walter Schmögner
Hans Staudacher
Esther Stocker
Linde Waber
Rainer Wölzl
 

Monika Wenzl-Bachmayer

Geboren1957,
Studium Baugestaltung und Innenarchitektur,
ab 1986 Kulturreferentin P.S.K.,
seit 2005 Künstlerische Leiterin WAGNER:WERK Museum Postsparkasse.

 

Zum Ort der Auktion

Die Österreichische Postsparkasse feierte im vergangenen Jahr ein besonderes Jubiläum: vor
100 Jahren wurde der erste Bauabschnitt des von Otto Wagner geplanten Monumentalbaus fertig gestellt und bezogen. Damit erhielt die 1883 gegründete Bank für den "Kleinen Mann" ein Hauptgebäude, das sein Image - fortschrittlich, innovativ, demokratisch - über eine ebenso innovative Architektur transportierte. Die Architekturgeschichte kennt nur wenige vergleichbare Beispiele, wo ein klar formulierter Bauherrenwille sich über einen derartig langen Zeitraum erhalten konnte.

Neben Wagners Kirche am Steinhof gilt die Postsparkasse als Schlüsselwerk der europäischen
Moderne und der Wiener Jahrhundertwende. Beide Bauten, der repräsentativen Profanbau und der ebenso bedeutende Sakralbau, sind jene Werke, die uns zu seiner Kunst und zu seinem Denken den besten Zugang verschaffen.

Anläßlich der zwei Jahre dauernden Generalsanierung der Postsparkasse 2003 bis 2005 wurde auch erstmals ein eigener Museumsbereich, das Museum WAGNER:WERK, eingerichtet, dessen Zentralraum der erstmals nach Jahrzehnten der Öffentlichkeit wieder zugängliche Kleine Kassensaal bildet. Mit den Materialien aus dem Archiv der Postsparkasse sowie externen Archiven wird die Ideen- und Baugeschichte des einzigartigen Bauwerkes nachvollzogen. Anhand von historischen Fotos, Dokumenten, Zeitungsberichten, Plänen, Konkurrenzprojekten, Materialbeispielen und dem Architekturmodell präsentiert WAGNER:WERK Museum Postsparkasse die Österreichische Postsparkasse und ihren Architekten eingebettet in das "Wien-um-1900", zeigt aber auch seine Erforschung neuer Bautechnologien und Materialien im direkten architektonischen Kontext.

"Etwas Unpraktisches kann nie schön sein": Nur das Vollkommene kann nicht verbessert werden. Formale und funktionale Vollkommenheit waren dementsprechend für Otto Wagner die Voraussetzung für Schönheit. Wagner erweiterte das traditionelle Berufsbild des Architekten und entwarf für die Postsparkasse auch die gesamte Inneneinrichtung: Stehpulte, Hocker, Stühle, Sitzbänke, Schreibtische, Etagèren, Kleiderschränke, Bodenbeläge, Wandtäfelungen, Teppiche, Heizkörper, Lampen, Uhren, Türschnallen, Bankschalter, Safes... Die Materialien wie auch die Konstruktionsweise wurden auf größtmögliche Funktionalität hin ausgewählt.

Ein Museum muß neben der Verwaltung des Erbes immer auch Stellung zur Gegenwart beziehen. Die drei- bis vier Mal jährlich stattfindenden Sonderausstellungen im Großen Kassensaal setzen sich mit den Auswirkungen und Weiterentwicklungen von Otto Wagners Architektur- und Designauffassung im europäischen Raum auseinander. Dazu kommen weitere Veranstaltungen, wie z.B. aktuell die Kunstauktion zugunsten der Bruno Kreisky-Stiftung für Menschenrechte, die heuer bereits zum zweiten Mal im Großen Kassensaal stattfinden wird. Zusammen bilden die beiden Ausstellungsräume (von denen der für seine Zeit "futuristische" Kassensaal weiterhin alle Dienstleistungen einer Bank anbietet) einen spannenden, lebendigen und sphärischen Ort, der bis heute nichts von seiner Bedeutung und Faszination verloren hat.