BRUNO KREISKY PREIS
FÜR VERDIENSTE UM DIE MENSCHENRECHTE
 
STIFTUNG
     
  Zu seinem 65. Geburtstag verzichtete Bruno Kreisky auf Geschenke. Ein Kreis von FreundInnen und MitarbeiterInnenn um den damaligen Wiener Bürgermeister Leopold Gratz und den Präsidenten des ÖGB, Anton Benya, entwickelte die Idee einer Stiftung und eines Preises für Verdienste um die Menschenrechte, die den Namen Kreiskys tragen sollte.  
     
 

Zu dieser Zeit war die österreichische Wahrnehmung der internationalen Menschenrechtsproblematik von den Verbrechen diktatorischer Regime in Mittel- und Südamerika, der Unterdrückung im sowjetischen Block sowie des beginnenden KSZE Prozesses, dem Apartheid System im südlichen Afrika aber auch der Unterentwicklung der südlichen Hemisphäre und dem Nord-Süd Konflikt bestimmt.

 

Bruno Kreisky wurde sowohl durch das Dollfuß-Regime 1935 für 15 Monate als auch von den Nationalsozialisten 1938 für weitere fünf Monate eingekerkert und schließlich in das Exil nach Schweden getrieben, von wo er erst 1951 zurückkehrte.

Diese Erfahrung hatte sein politisches Leben, insbesondere auch gegenüber diktatorischen Regimes, Menschenrechtsverletzungen und Asylsuchenden geprägt.


Bruno Kreisky im schwedischen Exil
Bruno Kreisky
   

Dies spiegelte sich in Kreiskys Politik zu den großen Fragen seiner Zeit, dem Ost-West Konflikt und der Détente, der Entwicklungspolitik, aber auch bei seinem Einsatz für Einzelne, etwa Dissidenten in Osteuropa oder Opfern von Verfolgung und Folter Lateinamerika wider.


Polizeifoto 1935

 

„Im Bewußtsein der Verantwortung, die ich habe, und zwar in ihrem umfassensten Sinn, bin ich zu der Auffassung gelangt, es sei notwendig, ohne Gehässigkeit und ohne Absicht, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen.

13. September 1973, Bruno Kreisky, Tagung des internationalen Rates von Amnesty International
 

Olof Palme und Willy Brandt zu Gast im Garten ihres Freundes
Bruno Kreisky in der Armbrustergasse 15 in Wien.

Um den unabhängigen und überparteilichen Charakter der Stiftung zu betonen, beteiligten sich auch Unternehmen und Institutionen, die nicht dem sozialdemokratischen Lager Österreichs zuzurechnen waren, an der Aufbringung des Stiftungskapitals. In zwei Tranchen wurden € 700.000,- (10 Mio. Schilling) zusammengetragen.

Aus den Erträgnissen dieses Stiftungskapitals finanziert sich die Stiftung bis heute maßgeblich. Die Stiftung war zunächst beim Österreichischen Gewerkschaftsbund, ÖGB, dann bei der Stiftung Bruno Kreisky Archiv beheimatet und ist heute an das Demokratiezentrum Wien angebunden.

Seit ihrer Gründung wird sie von Professor Alfred Ströer, Nationalratabgeordneter a. D. und ehemaliger führender Gewerkschafter als Geschäftsführer, zuletzt gemeinsam mit Univ. Prof. DDr. Oliver Rathkolb geleitet.

 

 

Während Bruno Kreisky auf die Gründung der Stiftung keinen Einfluß nahm, spiegelt die Zusammensetzung der ersten internationalen und unabhängigen Jury sehr wohl Aspekte des internationalen Netzwerkes des Staatsmannes Kreisky wieder. Neben internationalen Persönlichkeiten wie der deutschen Publizistin und Widerstandskämpferin Marion Gräfin Dönhoff, den Staatsmännern und persönlichen Freunden Kreiskys, Willy Brandt, Olof Palme und Roland Dumas gehörten insbesondere österreichische Sozialexperten wie Professor Herwig Büchele, SJ, der Jury an. Damit unterstrich die Stiftung ihre Bereitschaft auch besondere Verdienste im Bereich der Verteidigung und Förderung wirtschaftlicher und sozialer Menschenrechte auszuzeichnen.

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