Medien-gerecht aufbereitete Information zur institutionalisierten Frauenpolitik in Österreich wird online zur Verfügung gestellt. Bisher unveröffentlichte Materialien zur Frauenpolitik von mehr als drei Jahrzehnten werden EDV-gestützt erschlossen, eine kommentierte Auswahl wird online als Wissensressource zugänglich gemacht. Zentrale Fragen und Themen wie die Auseinandersetzung um die Fristenregelung, um die geschlechtsspezifische Lohnschere, die Familienrechtsreform, Gewalt in der Familie oder die gerechte Aufteilung von unbezahlter Haus- und Betreuungsarbeit sind einige der Bereiche, die hier mit eindrucksvollem Dokumentarmaterial wesentlich anschaulicher gemacht werden können, als dies klassische nüchterne historische oder sozialwissenschaftliche Darstellungen erlauben. Relevante, kommentierte Dokumente, aber auch Bilder und Plakate, von denen BenutzerInnen selbstständig Downloads durchführen können, sollen so präsentiert werden, dass sie einzelne „Geschichten“ erzählen sowie Materialien enthalten, die für LehrerInnen im Unterricht relevant sind. In diesem Sinne ist ein neuer Transfer zwischen Archivwissen, breiter Rezeption und öffentlichem Diskurs angestrebt.
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Eigentum und Geschlecht. Eine sozialhistorische Studie über Vermögensbildung und NS-Raub bei den Wiener Juden und Jüdinnen
Dieses Projekt untersucht am Beispiel der Wiener jüdischen Bevölkerung die Entwicklung von Vermögensverhältnissen innerhalb von Familien mit dem Fokus auf Geschlecht als sozialer Kategorie. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit die Höhe und vor allem die Art von Vermögen nach Geschlecht strukturiert waren und welche Auswirkungen das für die Einzelnen sowohl bei der Akkumulation, der Entziehung durch die Nationalsozialisten als auch bei der Restitution in der Zweiten Republik haben konnte. Die Studie deckt die Zeit von der Jahrhundertwende bis in die 1960er Jahre ab und stellt so längerfristige Entwicklungen dar, die weit über Fragestellungen der Nationalsozialismusforschung hinausgehen.
Als Ausgangspunkt dienen die Vermögenswerte von 788 Personen (337 Frauen, 451 Männer) zum Stichtag 27. April 1938. Die Personen wurden per Zufallsstichprobe aus den Vermögensanmeldungen im österreichischen Staatsarchiv ausgewählt. Diese Daten waren im Rahmen eines Projekts der Stiftung Bruno Kreisky Archiv für die Historikerkommission der Republik Österreich zusammengestellt worden. Davon ausgehend werden in Zusammenhang mit den jeweiligen Personen stehende Akten, die über Vermögen Auskunft geben, gesucht, insbesondere Verlassenschaftsakten, Testamente und Eheverträge. Vermögenstransfers über Ehe und Erbschaft und wie diese geschlechtsspezifisch strukturiert sind, stehen im Zentrum der Arbeit. Neben der Kategorisierung in Juden und Nicht-Juden ermöglicht die Frage nach dem Geschlecht einen differenzierten Blick auf soziale Ausschlussmechanismen.
Dieses Projekt wird vom Zukunftsfonds der Republik Österreich finanziert, es wird durchgeführt von
Mag. Sonja Niederacher.
Projektendbericht
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Gudrun Wolfgruber, Margit Niederhuber, Heidi Niederkofler, Maria Mesner (Hrsg.) Studienverlag 2006, ISBN 3-7065-4073-8 |
englische Version: The Policies of Reproduction at the Turn of the 21st Century. The Cases of Finland, Portugal, Romania, Russia, Austria, and the US Maria Mesner, Gudrun Wolfgruber (Eds.) Studienverlag 2006, ISBN-10: 3-7065-4088-6, ISBN-13: 978-3-7065-4088-9 |
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Der Band umfasst insgesamt 14 Beiträge über die Reproduktionspolitiken in Finnland, Österreich, Portugal, Rumänien, Russland und den USA. Er enthält Analysen sowohl der Kinderbetreuungs- als auch der Geburtenpolitik. Die Verbindung dieser wissenschaftlichen Perspektiven ermöglicht innovative Einblicke in die Beziehung zwischen Familien-, Geschlechter- und Bevölkerungspolitik auf beiden Seiten des ehemaligen „Eisernen Vorhanges“.
Die Klammer über die Verschiedenheit der Situation in den unterschiedlichen Ländern bilden Beiträge, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Geschlecht und Nation bzw. mit der Rolle der Reproduktionsmedizin befassen.
Insgesamt bietet der Band eine sehr vielschichtige und differenzierte Auseinandersetzung mit dem immer noch kontroversiellen Thema „Reproduktionspolitik“ – dies macht das Buch zu einem bahnbrechenden Werk im Bereich der Gender Studies.
Mit Beiträgen von Adriana Baban, Virgínia Ferreira, Johanna Gehmacher, Linda Gordon, Teija Hautanen, Yelena Kulagina, Maria Mesner, Ritva Nätkin, Ann Shola Orloff, Livia Popescu, Sílvia Portugal, Michele Rivkin-Fish, Aurelia Weikert und Maria Andrea Wolf.
Buchübersetzung: Paul Pasteur, Etre syndiqué(e) à l'ombre de la croix potencée. Corporatisme, syndicalisme, résistance en Autriche, 1934-1938, Rouen 2002.
Paul Pasteur, Historiker an der Université de Rouen und Mitherausgeber der von Felix Kreissler gegründeten französischen Zeitschrift „Austriaca“, schildert in seiner Monographie die Situation von gewerkschaftlichen Organisationen in Österreich während des Austrofaschismus.
Das autoritäre ständestaatliche Regime in Österreich von 1934 bis 1938 hatte sämtliche ArbeiterInnenorganisationen verboten, stattdessen sollten sich die ArbeiterInnen ausschließlich christlich-autoritären Organisationen anschließen. Sozialdemokratische, kommunistische und nationalsozialistische Organisationen arbeiteten von da an im Untergrund weiter. Sie organisierten sich in Betrieben und versuchten - in Konkurrenz zueinander stehend - die ArbeitnehmerInnen für sich zu gewinnen. Paul Pasteur beschreibt das Spannungsfeld, in dem diese unterschiedlichen Gruppierungen agierten, und erhellt die vielfältigen Konfliktlinien zwischen den einzelnen Gruppierungen. Während sich die meisten historischen Arbeiten auf Organisationen jeweils einer ideologischen Richtung beschränken, bezieht Pasteur hier alle ideologischen und machtpolitischen Positionen mit ein. Bislang gibt es keine vergleichbare deutschsprachige Arbeit, die die Geschichte von österreichischen Gewerkschaftsorganisationen so umfassend abdeckt.
Das Buch wurde ins Deutsche übertragen von Sonja Niederacher.
Das Projekt wird von der Oesterreichischen Nationalbank unterstützt.
Einladung zur Buchpräsentation am 11. 6. 2008
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Österreichische Wirtschaftspolitik 1970–2000. Strategien, Ergebnisse, mediale Berichterstattung
Das Projekt untersucht die politischen Ziele, die wirtschaftspolitischen Strategien, die Handlungsspielräume im internationalen Kontext, den wirtschaftstheoretischen und Erfahrungshorizont sowie handlungsleitende Modelle oder Vorbilder der Entscheidungsträger in der österreichischen Wirtschaftspolitik, v. a. in der Arbeitsmarkt- und in der Budgetpolitik im Zeitraum von 1970 bis 2000. Darüber hinaus wird die mediale Berichterstattung, deren Schwerpunkte und deren Einfluss auf die Entscheidungsträger analysiert, sodass exemplarisch die Frage beantwortet werden kann, wie das Verhältnis zwischen politischen EntscheidungsträgerInnen und Massenmedien auf einer empirischen Basis zu beschreiben ist.
Im Zuge des Projektes werden einerseits wesentliche Quellen zur Wirtschaftspolitik zwischen 1970 und 2000 digitalisiert und zugänglich gemacht, andererseits werden über Interviews mit EntscheidungsträgerInnen Information, Wissen und historische Narrative gesichert.
Projektendbericht
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Erinnerungsort Wien 1945–1955–2005
Die Stiftung Bruno Kreisky Archiv verwahrt in ihren mehr als 2000 Archivkartons umfassende, bisher wenig bekannte Bestände zur Rolle und Bedeutung der Stadt Wien als Katalysator politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Prozesse in der "Frühgeschichte" der Zweiten Republik. Diese historischen Quellen werden im Rahmen des Projektes "Erinnerungsort Wien" der wissenschaftlichen Forschung, aber auch Medien, JournalistInnen und der interessierten Öffentlichkeit online zugänglich gemacht. Damit besteht erstmals die Möglichkeit, in größerem Umfang Aspekte der jüngeren Regional- und Stadtgeschichte Wiens anhand von hochwertigen Primärquellen und ihrer Einbettung in ein beschreibendes und erklärendes Umfeld für NichtwissenschaftlerInnen "lesbar" zu machen. In einer kommentierten Präsentation von hochrangigen Text- und Bildquellen werden Interessierte in den historischen Kontext und die "Geschichte" hinter der Quelle eingeführt. Hinweise zu weiterführenden und/oder verwandten Quellen, komplementären Bildquellen und einschlägiger Literatur ergänzen das Informationsangebot. So wird insbesondere einem nicht akademischen Publikum eine einfache und sachgerechte Nutzung der Forschungsergebnisse einer spezialisierten Fachwissenschaft ermöglicht. BetrachterInnen erhalten darüber hinaus eine Reihe von "Werkzeugen" zur Konstruktion und Dekonstruktion von Erinnerung im gesellschaftlichen Rahmen, die bisher nur einem engen Kreis von WissenschaftlerInnen und JournalistInnen als KonstrukteurInnen von Erinnerungsorten und kollektivem Gedächtnis zur Verfügung standen.
Projektleitung: Univ.-Doz. Dr. Maria Mesner
ProjektmitarbeiterInnen: Remigio Gazzari, Mag.a Li Gerhalter, DI Christiane Koch, Mag.a Sonja Niederacher
www.erinnerungsort.at
Schweden–Österreich: zwei Modelle im historischen und aktuellen Vergleich
in Kooperation mit der Universität Skövde, Schweden
Gegenstand es Projektes war die Analyse der bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Schweden, wobei einerseits insbesondere die ursprünglich getrennten Entwicklungen in den Bereichen "Wohlfahrtsstaat" und "Sozialpartnerschaft" seit den 1940-er und 1950-er Jahren miteinander verglichen wurden.
Andererseits war der internationale Vergleich der unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Ansätze Gegenstand des Forschungsvorhabens. Dabei wurden ausgewählte Themenbereiche - Wirtschaftsbeziehungen, Sozialpolitik, Europäische Integration, Neutralitäts- und Sicherheitspolitik, Umgang mit der Informationstechnologie, d. h. staatliche Regelungs- und Förderungsinitiativen bezüglich der "Digitalen Revolution", die Auswirkungen der Globalisierung - jeweils aus österreichischer und schwedischer Sicht beleuchtet und direkt verglichen. Sehr differente politische Kursrichtungen und wirtschaftliche Entwicklungen zeigten sich vor allem in der jeweiligen Neutralitätspolitik sowie in Bezug auf den europäischen Integrationsprozess.
Die Projektergebnisse werden 2008 publiziert.
Leitung: Univ. Prof. DDr. Oliver Rathkolb
Mitarbeiter: Univ. Prof. Dr. Ferdinand Karlhofer, Universität Innsbruck, Mag. Markus Marterbauer WIFO, Dr. Peter Kreisky, Arbeiterkammer