Johanna Dohnal Förderpreis und Stipendium 2012 2004, anlässlich ihres 65. Geburtstages überreichten die SPÖ-Frauen Johanna Dohnal als "Geburtsgeschenk" Teilstipendien in Höhe der Studiengebühr für ein Semester. Ein solches Teilstipendium erhielten damals vier Studentinnen. Mit diesem Geburtstaggeschenk wurde die Arbeit Johanna Dohnals, der die Ausbildung von Mädchen und Frauen stets ein zentrales politisches Anliegen gewesen ist, gewürdigt und gleichzeitig ein Zeichen gegen Studiengebühren und für den freien Zugang zu öffentlichen Bildungsinstitutionen gesetzt. Richtlinien für die Vergabe: Johanna-Dohnal-Förderpreise werden vergeben an Studentinnen bzw. Absolventinnen von österreichischen Hochschulen und Universitäten für Diplomarbeiten oder Dissertationen (egal in welchem Stadium sich diese befinden), Das Johanna-Dohnal-Stipendium, das 2012 ebenfalls vergeben werden wird, unterliegt denselben Kriterien, es richtet sich aber speziell an Dissertantinnen und wird nur für laufende Arbeiten vergeben. Bewerbungen: Bewerbungen sind bis 31. Jänner 2012 sowohl per Post als auch in elektronischer Form zu richten an: Johanna Dohnal Archiv Erforderliche Unterlagen: • Lebenslauf • Abstract (maximal 7.500 Zeichen) des zu unterstützenden Projektes bzw. der zu prämierenden Abschlussarbeit, das folgende Informationen enthält, • Gegebenenfalls ein Exemplar der fertigen Arbeit • Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse der Bewerberin. Im Falle der Bewerbung um ein Stipendium ist die Vergabegrundlage das Dissertationskonzept, aus dem Thema, Methode, Forschungsstand und die Relevanz der zu erwartenden Ergebnisse klar hervorgehen müssen. Alle Unterlagen müssen auch elektronisch übermittelt werden an: archiv@johanna-dohnal.at FESTE.KÄMPFE.100 Jahre Frauentag Das Kernstück des Projekts 100 Jahre Frauentag ist die Ausstellung mit dem Titel „FESTE. KÄMPFE. 100 Jahre Frauentag“. In Kooperation mit dem Österreichischen Museum für Volkskunde entstanden, war sie dort vom 4. März bis 7. August 2011 zu sehen. Seit 4. September 2011 wird die Ausstellung im Frauenmuseum Hittisau gezeigt. „Den Frauen gleiches Recht!“, forderten 20.000 Frauen und Männer am 19. März 1911, als sie über die Wiener Ringstraße marschierten. Das Frauenwahlrecht war die zentrale Forderung am ersten österreichischen Frauentag, der sich dieses Jahr zum 100. Mal jährt. Er wird assoziiert mit ziviler Courage, gewaltlosem Widerstand, partizipativer Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit. Der Frauentag wurde zur Tradition, die im Laufe ihrer Geschichte viele Ritualisierungen und inhaltliche Wandlungen durchlaufen hat. Bis heute ist er ein politischer Ort für Frauen, die für gesellschaftliche Teilhabe und gegen Benachteiligungen kämpfen, als Staatsbürgerinnen, als Arbeitnehmerinnen, als Mütter und Ehefrauen oder auf Grund ihrer nicht-heterosexuellen Lebensweise. Weitere Informationen zu Projekt und Ausstellung finden sie unter
Plattform der zeithistorischen politischen Archive Durch den Wegfall der Basissubvention im Rahmen der Streichung der Mittel für die außeruniversitäre Forschung im Herbst 2010 waren das Kreisky-Archiv sowie das Johanna Dohnal Archiv mit der Schließung per 31. Dezember 2010 bedroht. Die Plattform soll ihre jährlichen Arbeitsschwerpunkte gemeinsam abstimmen, die Tätigkeit wird evaluiert und über eine Mittelzuwendung an die ÖAW für die nächsten drei Jahre finanziert.
Mit dem Online Archiv Frauenpolitik – kurz OFRA – werden bisher unveröffentlichte Materialien zur Frauenpolitik aus über 100 Jahren EDV-gestützt erschlossen, kommentiert und zugänglich gemacht. Zentrale Fragen und Themen wie die Auseinandersetzung um die Fristenregelung, um die geschlechtsspezifische Lohnschere, die Familienrechtsreform, Gewalt in der Familie oder die gerechte Aufteilung von unbezahlter Haus- und Betreuungsarbeit sind einige der Bereiche, die hier mit eindrucksvollem Dokumentarmaterial wesentlich anschaulicher gemacht werden können, als dies klassische nüchterne historische oder sozialwissenschaftliche Darstellungen erlauben. In diesem Sinne ist ein neuer Transfer zwischen Archivwissen, breiter Rezeption und öffentlichem Diskurs angestrebt. Neben den 2009 veröffentlichten Kapiteln „Partizipation“, „Bildung“ und „Reproduktion“ stehen seit Sommer 2011 Texte und Materialien zu den Themen „Arbeit“ und „Heim&Herd“ zur Verfügung. Ende des 19. Jahrhunderts kam es im Zuge der Industrialisierung und der damit verbundenen Auflösung der Familienbetriebe der Landwirtschaft und des Handwerks zu einer Trennung von Arbeitsplatz als Ort der bezahlten Erwerbsarbeit und dem „Heim“, in dem unbezahlte Haus- und Familienarbeit geleistet wurde. Der Bogen der präsentierten Fotos und Dokumente spannt sich vom 19. Jahrhundert mit dem zum Kampf um die Einführung des Achtstundentages bis hin zu aktuellen Initiativen zur Schließung der geschlechtsspezifischen Lohnschere. Im Kapitel "Heim&Herd" werden die im jeweiligen historischen Kontext höchst unterschiedlichen politischen Lösungsvorschläge zur Bewältigung der Hausarbeit präsentiert.
Konferenz Programm
„Auch schon eine Vergangenheit“ zu haben, war für den 24-jährigen Bruno Kreisky das Resultat der Kriminalisierung der politischen Opposition durch den autoritären österreichischen Ständestaat. Die Inhaftierung Ende Jänner 1935 und die Anklage wegen des Verdachts des Hochverrats bedeuteten einen Bruch im politischen und privaten Leben, der dem Studenten und sozialistischen Jugendfunktionär unfreiwillig „eine Vergangenheit“ bescherte und zugleich dessen Zukunft gewaltsam beschnitt. Das Gefängnistagebuch sowie Bruno Kreiskys Kassiber und Briefe an Freunde und Eltern vermitteln ein authentisches Bild des bedrückenden Gefängnisalltags und geben einen unmittelbaren Einblick in die Gedankenwelt des politischen Häftlings Kreisky. Briefe aus dem Jahr 1931 an eine Berliner Sozialdemokratin ergänzen die bisher unveröffentlichten Quellen. Damit liegen neue Zeitdokumente zu einer von politischer Polarisierung und antidemokratischen, autoritären Haltungen bestimmten Periode der österreichischen Geschichte vor. Das Bildmaterial stammt aus Kreiskys persönlichem Nachlass, den die Stiftung Bruno Kreisky Archiv verwahrt, sowie aus anderen Archiven und bisher unveröffentlichten privaten Beständen. Das Gefängnistagebuch galt seit Jahren als verschollen und lag zunächst nur in Kopie vor, wurde dem Archiv aber erfreulicherweise zu Weihnachten 2008 im Original übermittelt und konnte bei der Herausgabe des Buches noch berücksichtigt werden.
Die Bestände der Stiftung Bruno Kreisky Archiv und des Johanna Dohnal Archivs umfassen ca. 2300 Archivkartons. Darin enthaltenes und bisher wenig bekanntes vielfältiges historisches Material trägt dazu bei, die Rolle und Bedeutung der Stadt Wien als Katalysator politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Prozesse in der Geschichte der Zweiten Republik zu erfassen. Bisher wurden sieben Kapitel mit folgenden Themen erstellt: „Wirtschaft und Aufbau“, „Macht Politik Entscheidung“, „Souveränität“, „Konfliktzonen“, Identität, „Kommunikationsräume“, „Neue soziale Bewegungen“. Ausgewählte historische Quellen werden im Rahmen des Projektes "Erinnerungsort Wien" der wissenschaftlichen Forschung, aber auch Medien, JournalistInnen und der interessierten Öffentlichkeit online zugänglich gemacht. Damit besteht erstmals die Möglichkeit, in größerem Umfang Aspekte der jüngeren Regional- und Stadtgeschichte Wiens anhand von hochwertigen Primärquellen und ihrer Einbettung in ein beschreibendes und erklärendes Umfeld für NichtwissenschaftlerInnen "lesbar" zu machen. In einer kommentierten Präsentation von hochrangigen Text- und Bildquellen werden Interessierte in den historischen Kontext und die "Geschichte" hinter der Quelle eingeführt. Hinweise zu weiterführenden und/oder verwandten Quellen, komplementären Bildquellen und einschlägiger Literatur ergänzen das Informationsangebot. So wird insbesondere einem nicht akademischen Publikum eine einfache und sachgerechte Nutzung der Forschungsergebnisse einer spezialisierten Fachwissenschaft ermöglicht. BetrachterInnen erhalten darüber hinaus eine Reihe von "Werkzeugen" zur Konstruktion und Dekonstruktion von Erinnerung im gesellschaftlichen Rahmen, die bisher nur einem engen Kreis von WissenschaftlerInnen und JournalistInnen als KonstrukteurInnen von Erinnerungsorten und kollektivem Gedächtnis zur Verfügung standen. Die Stiftung Bruno Kreisky Archiv plant, das Projekt „Erinnerungsort Wien“ in den nächsten Jahren um weitere Kapitel zu ergänzen. Projektleitung: Univ.-Doz. Dr. Maria Mesner
Das Projekt behandelt in vergleichender Perspektive die Entwicklung des Familienrechts in Österreich, der Slowakei und der Tschechischen Republik bzw. deren Vorgängerstaat(en) im Zeitraum 1945 bis 2000. Die Studie fokussiert auf die Wechselwirkungen zwischen öffentlichem Diskurs und der Rechtsnormierung, wobei folgende Aspekte zentral sind: Programm des Workshops am 23. und 24. 11. 2007
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